Breitband-Internet: Weiterhin EU-weites Wachstum

Bild: Viviane RedingDie Europäische Kommission veröffentlichte einen Bericht zum Thema Internet-Breitbandverbindungen – mit einem vielleicht positiv überraschenden Ergebnis: Der Wirtschaftskrise ungeachtet stieg die Zahl der Breitband-Anschlüsse im letzten Jahr (Juli 2008 bis Juli 2009) um durchschnittlich 10,7 Prozent im gesamten EU-Gebiet. 120 Millionen Anschlüsse wurden am 1. Juli 2009 EU-weit gezählt – das sind 11,5 Millionen mehr als noch im Juli 2008. Insgesamt bedeutet dies, dass im Juli diesen Jahres 24 Prozent der europäischen Bevölkerung einen Breitband-Zugang besaßen. Im Juli 2008 waren es demgegenüber 21,6 Prozent. Breitband-Internetanschlüsse seien für Verbraucher zu einem wichtigen Bestandteil des Alltags geworden, so EU-Kommissarin Viviane Reding. Vor diesem Hintergrund erkläre sich die dynamische Situation des Breitbandmarktes trotz wirtschaftlichen Abschwungs.
Doch existieren mittlerweile nicht nur immer mehr Anschlüsse, sondern werden diese auch immer schneller: Downloadraten von mindestens 2 MBit/s werden nun schon von 80 Prozent der Verbindungen ermöglicht – eine Steigerung von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Hilfe solcher Geschwindigkeiten lassen sich Web 2.0-Anwendungen sowie Video-Streaming verwenden. Überdies können EU-weit auch die mobilen Breitbandnetze ein Wachstum von 54 Prozent seit Januar verzeichnen. 4,2 Prozent der Bürger bedienen sich dieser Möglichkeit des Internetzugangs.
EU-Telekommunikationsanbieter 45 Prozent Marktanteil
Im weltweiten Vergleich liegen Dänemark und die Niederlande mit einer Breitbandversorgung von nahezu 40 Prozent deutlich vorn. Mit der fortschreitenden Abdeckung werden allerdings die Zuwachsraten dort allmählich geringer. Mit einer Breitbandversorgung von 25,8 Prozent der Bevölkerung im Mai 2009, liegen die USA hinter neun EU-Ländern (Dänemark 37,3 %, Niederlande 36,2 %, Schweden 31,3 %, Finnland 30,7 %, Luxemburg 28,8 %, das Vereinigte Königreich 28,4 %, Frankreich 27,7 %, Deutschland 27,5 % und Belgien 27,5 %).
Dabei nehmen die etablierten Telekommunikationsanbieter in der EU einen Marktanteil von durchschnittlich 45 Prozent ein (in Zypern beträgt dieser sogar 80 Prozent, in Großbritannien nur 27 Prozent). Mit zunehmenden Wettbewerb hinsichtlich der basalen Infrastrukturen (insbesondere durch entbündelte Zugänge zu den einzelnen Anschlüssen, wodurch Drittanbieter ebenfalls an das Netz gelangen können) wird die herausgehobene Position der tonangebenden Betreiber (weiterverkaufte Anschlüsse eingerechnet) jedoch eingeschränkt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wächst die Zahl der entbündelten Teilnehmeranschlüsse dessen ungeachtet langsamer. Davon ist vor allem der Weiterverkauf betroffen Neueinsteiger brauchen auf diese Weise nur geringe Investitionen zu tätigen. Der Weiterverkauf ist im Vergleich zum Jahr 2008 von 18,2 Prozent auf 10,6 Prozent gesunken.
Technisch gesehen bilden Breitband-DSL-Leitungen noch immer die beliebteste Zugangsmöglichkeit zum Internet. Doch auch Glasfaser-Anschlüsse erfreuen sich zunehmender Verbreitung: Im Vergleich zum Vorjahr kamen Glasfaseranschlüsse bis zum Endkunden um 40 Prozent mehr zum Einsatz. Mit Blick auf die Gesamtheit der europäischen Breitbandverbindungen bildet diese Technik jedoch nur einen Anteil von 1,75 Prozent. Lettland kann den vergleichsweise größten Glasfaseranteil vorweisen. Mobile Zugänge werden vor allem in Österreich (13,8 %), Schweden (12,6 %), Portugal (10,8 %) und Irland (8,3 %) beliebter.











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