China will länderübergreifendes Internet-Abrechnungssystems einführen
Die Volksrepublik China will zukünftig Netzbetreibern die Möglichkeit geben, Gebühren für einen grenzüberschreitenden Internetverkehr zu erheben. Wie das Branchenmagazin telecomasia.net berichtete, sind diese Pläne bei der internationalen Fernmeldeunion (ITU) in Genf eingegangen. Demnach sollen Informationen über den Daten-Traffic mittels des Routingprotokolls des World Wide Web gesammelt werden. Auf dieser Grundlage will China ein weltweites Abrechnungssystem einführen. Der Erlös der Gebühren kann, wie China erläuterte, unter anderem von Entwicklungsländern für den Ausbau ihrer Breitband-Infrastruktur verwendet werden. Einige Entwicklungsländer unterstützen bereits die Einführung solcher Gebühren.
Die ITU will über den Vorschlag Chinas zwar nachdenken, jedoch teilte ein Sprecher bereits mit, dass keine Änderungen am Routingprotokoll vorgenommen werden. Verantwortlich für die Spezifizierung des Protokolls sei nicht die Fernmeldeunion, sondern die Internet Engineering Task Force (IETF).
EU sieht in Chinas Plänen die Sicherheit des Internet bedroht
Die EU-Kommission hingegen sieht die Pläne über ein Internet-Abrechnungssystem von Seitens China eher kritisch. Andrea Servida, ein Sicherheitsexperte der EU-Kommission in Brüssel, ist der Auffassung, dass die Pläne Chinas als Vorwand für eine verschärftere Kontrolle der Datenflüsse im eigenen Land dienen. Nach Meinung von Servida würde der Eingriff in das Routingprotokoll einerseits eine Gefahr für das offene Netz darstellen und zusätzlich die Stabilität und Sicherheit des Internet bedrohen.











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