Digitale Außenseiter: Deutsche nutzen Internet nur mäßig

Bild: dsltarife.netInternet is everywhere: Kaum jemand, der nicht schon einmal online war und mindestens eine Suchanfrage eingegeben hat. Das gibt es jetzt auch schriftlich, denn das Umfrage-Institut TNS-Infratest hat im Auftrag des Vereins D21 etwa 1014 Personen im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Internet-Gebrauch und der allgemeinen Verwendung von Computern befragt.
Bei der Initiative D21 handelt es sich um einen eingetragenen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Berlin. Sie ist Deutschlands größte Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft. Annähernd 200 Mitgliedsunternehmen und -Organisationen aller Branchen bringen gemeinsam mit den politischen Partnern von Bund, Ländern und Gemeinden in diesem Netzwerk praxisnahe, nicht kommerzielle Projekte voran – alle mit engem Bezug zu Informations- und Kommunikations-Technologien. 1999 wurde die Initiative mit der Intention gegründet, die Digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern.
Dazu braucht es natürlich zunächst ordentliche Analyse-Werkzeuge und die wurden nun im Zuge dieser Studie weiter entwickelt. Der (N)ONLINER-Atlas besteht ja schon seit längerem. Er gibt Auskunft darüber, wie die Internetnutzung in Deutschland topographisch verteilt ist. Nutzung und Nichtnutzung des Internets, Strukturen und regionale Verteilung der Online-Frequentierung sind hier erfasst. Neu ist die Kategorisierung von Internet-Nutzern. D21 hat sechs Kategorien entwickelt, in denen alle Nutzer erfasst werden können.
35 Prozent sind "Digitale Außenseiter"
Noch handelt es sich erstaunlicherweise bei den "Digitalen Außenseitern" um die größte Gruppe mit 35 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung. In dieser Gruppe findet sich das geringste digitale Potenzial. Mit 62,4 Jahren ist diese Gruppe außerdem im Durchschnitt am ältesten. Zwar sind 70 Prozent aller Deutschen bereits mal im Internet gewesen, aber nur 26 Prozent sehen das Web als Bestandteil ihres Alltags. Dies liegt nicht mehr daran, dass es an Ausstattung mangelt, sondern andere Faktoren wie unter anderem Kompetenz, Wissen oder die persönliche Einstellung zum Internet machen den Unterschied.
Gelegenheitsnutzer (30 Prozent), Berufsnutzer (9 Prozent) und Trendnutzer (11 Prozent) bilden das Mittelfeld der Internetnutzer. Sie alle haben verschiedene Motivationen, sich online zu bewegen, aber ähnliche Kompetenzen, was den Umgang mit Sicherheit und Datenverarbeitung anbelangt. Wobei die Kenntnisse im Bereich Sicherheit in diesem Segment ausbaufähig sind.
Die Digitalen Profis (12 Prozent) sind größtenteils männlich, berufstätig und im Schnitt 36,1 Jahre alt. Sowohl zu Hause als auch im Job nutzen sie das Internet eher praktisch orientiert. Selbstdarstellung in Foren oder anderen sozialen Netzwerken liegt den Zugehörigen dieser Gruppe eher fern.
12 Prozent nutzen Internet mobil für geschäftliche und private Angelegenheiten
Als letzte und kleinste Gruppe tritt die digitale Avantgarde mit 12 Prozent auf. Bei dieser Gruppe spielt sich das Leben verstärkt im Netz ab. Meistens sind es Singles mit geringem Einkommen im Durchschnittsalter von 30,5 Jahren, die das Internet verstärkt mobil für geschäftliche und private Belange nutzen.
Dass es eine kleine Gruppe gibt, die überdurchschnittliche Fähigkeiten in einem Bereich erlangt, gibt es in allen Lebensbereichen, das ist nichts besonderes. Wichtig ist jedoch, zu erkennen, wo man vermitteln muss, um den Weg zur digitalen Wissensgesellschaft für alle zugänglich zu machen, worauf auch D21 im Anschluss an die Studie hinweisen.











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