Digitale Dividende soll das Land verbinden

Bild: E-Plus und CoIm Ausbau der Netze zur mobilen Datennutzung wird der Begriff Digitale Dividende immer wichtiger. Die Technik soll vor allem in breitbandlosen Haushalten in ländlichen Regionen zum Einsatz kommen. Ermöglicht wird dies durch einen Frequenzgewinn nicht mehr genutzter Frequenzen, die bislang zur analogen terrestrischen Ausstrahlung von Fernsehsignalen sowie vom Militär gebraucht wurden. Der Gewinn betrifft insgesamt 72 MHz, nämlich das UHF-Frequenzband zwischen 790 und 862 MHz. Da die Frequenzen im tiefen 800-MHz-Band liegen, besitzen sie eine deutlich höhere Ausbreitung als etwa UMTS-Frequenzen bei zum Beispiel 2,1 GHz. Somit kann mit den Frequenzen der Digitalen Dividende pro Sendeeinheit ein wesentlich größerer Radius abgedeckt werden.
Versteigerung führt zum Streit
Am 12. April sollen diese und weitere Frequenzen durch die Bundesnetzagentur versteigert werden. An der Versteigerung nehmen alle vier deutschen Mobilfunkbetreiber teil: T-Mobile, o2, E-Plus und Vodafone. Zur Verfügung stehen jedoch nur fünf Frequenzblöcke à 2 mal 5 MHz (jeweils 10 MHz gepaart). Nach Festlegung der Bietrechte durch die Bundesnetzagentur stehen Vodafone und T-Mobile zwei Blöcke zur Ersteigerung bereit, o2 und E-Plus können drei Blöcke ersteigern. Allerdings führte diese Aufteilung der Ersteigerungsrechte zu Unfrieden. Eine Klage der Mobilfunkanbieter wurde am vergangenen Donnerstag vom Verwaltungsgericht Köln zunächst abgelehnt. Die E-Netzbetreiber o2 und E-Plus sehen in der Verteilung eine Benachteiligung und fordern eine stärkere Einschränkung der Bietrechte von T-Mobile und Vodafone, da die D-Netz-Betreiber durch ihren früheren Eintritt in den Mobilfunkmarkt mehr Frequenzbereiche im GSM-900-Band besitzen.
Breitband fürs Land
Die Digitale Dividende beinhaltet eine klare Ausbauverpflichtung unterversorgter Gebiete. Anbieter müssen demnach nach einem festgelegten Stufenplan zunächst ländliche Gebiete zu einem Mindestprozentsatz versorgen, bevor sie auch lukrativere Ballungsräume erschließen dürfen. Wahrscheinlich werden die Netzbetreiber zunächst die UMTS-Technologie samt deren Erweiterungen auf dem neuen Frequenzband einsetzen.











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