Fraunhofer Institut führt erstmals Videoübertragung live via LTE vor

Bild: Netbook und HandyDer Mobile World Congress in Barcelona ist im vollen Gange. Neben zahlreichen Handy-Neuvorstellungen und Software-Anwendungen, ist auf der Messe auch die LTE-Technologie ein großes Thema. LTE ist ein neuer Mobilfunk-Standard und der Nachfolger von UMTS. Auch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut beteiligt sich an neuen Entwicklungen, die der 4G-Standard ermöglicht. Das Berliner Institut demonstriert erstmals vor Ort ein H.264-Scalable-Video-Coding (SVC) via LTE, also ein Kodierungsverfahren, das HD-Filme je nach Empfangsqualität passend für Handy oder Netbook aufbereitet.
Getestet wurde das Verfahren im ‘LTE-Advanced Testbed’ in Berlin, einer dafür entsprechend gebauten Testumgebung. Demnach konnte zum ersten Mal eine flexible und Breitband-optimierte Videoübertragung mittels skalierbarer Videocodierung über einen LTE-Schnittstelle in einem bandbreitenvariablen Mobilfunkkanal durchgeführt werden. Das Ergebnis zeigte, dass die Anwendungen ohne jegliche Unterbrechung über die entsprechend verfügbare bzw. genutzte Bandbreite problemlos übertragen wurden.
Damit steht der Übertragung von hochauflösenden Videos in Echtzeit mit dem 4G-Standard nichts mehr im Weg – notwendige Datenraten für die Übermittlung sind mit LTE gegeben.
LTE-Technologie bietet neue Möglichkeiten im Audio-Bereich
Mit ‘SVC over LTE’ (Scalable Videocoding über LTE) steht eine skalierbare Schnittstelle für die flexible bandbreitenoptimierte Übertragung von Videodatenströmen in LTE-Netzen zur Verfügung. Anwendungen werden entsprechend der verfügbaren bzw. genutzten Bandbreite in unterschiedlichen Qualitäten übertragen. ‘SVC over LTE’ sichert die Übertragung von Basisdatenpaketen mit der Option der flexiblen Erweiterung je nach Verfügbarkeit von Bandbreite oder verbesserter Empfangsbedingungen.
Neben der skalierbaren Videoübertragung durch die LTE-Technologie ergeben sich auch neue Möglichkeiten im Audio-Bereich. So führt das Fraunhofer IIS aus Erlangen auf dem MWC 2010 Mobil-Telefonate über das künftige 4G-Handynetz in CD-Qualität vor. Begünstigt wird dies durch die kurzen Latenzzeiten der LTE-Luftschnittstelle, das heißt, die Verzögerung der gesendeten Datenpakete wird noch kürzer – eine wichtige Bedeutung für zukünftige interaktive Anwendungen in Echtzeit.
Bereits 2007 wurden erste Tests im Berliner LTE-Advanced Testbed durchgeführt. Dabei wurden speziell die zukünftigen Technologien im Mobilfunk-Bereich praxisnah unter die Lupe genommen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist momentan Teilhaber und finanziert den Aufbau des Testbeds.
LTE wird hinsichtlich der Datenrate leistungsfähiger als UMTS sein und Download-Geschwindigkeiten erreichen, die die des Festnetz-DSL übertreffen – es werden Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 100 MBit/s und mehr möglich sein. Wann genau der 4G-Standard auch in Deutschland nutzbar ist, steht noch nicht fest. Erste Feldversuche will der o2-Mutterkonzern Telefónica in diesem Jahr noch in Deutschland durchführen.











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