freenet-Tochter Strato gehört nun Telekom

freenet-Tochter Strato gehört nun Telekom
Bild: Strato und freenet
Der Mutter-Konzern freenet hat Strato an die Deutsche Telekom verkauft. Schon heute setzte der Mobilfunk-Anbieter einen Vertrag über die Strato-Aktien mit der Telekom auf. Der Internetdienst-Anbieter soll für 275 Millionen Euro über den Tisch gehen. Bevor das Vorhaben endgültig zum Abschluss kommen kann muss jedoch noch das Bundeskartellamt seinen Segen geben.

"Mit diesem Schritt stärken wir unsere Position im sehr interessanten Wachstumsmarkt für Hosting-Lösungen", erklärte Niek Jan van Damme, im Vorstand der Deutschen Telekom verantwortlich für das deutsche Festnetz-und Mobilfunkgeschäft. "Strato ergänzt unsere Aktivitäten im Hosting-Bereich ideal und wird vom ersten Tag der Konsolidierung an positive Beiträge für Konzernüberschuss und Free Cash-Flow liefern", sagte van Damme.

Bereits Ende Oktober warben die Deustche Telekom und United Internet um die Webhosting-Sparte von Strato. Nach dem Verkauf seines DSL-Geschäftes an United Internet im Mai wollte sich freenet künftig komplett vom Hosting trennen und sich ganz seiner Mobilfunk-Sparte widmen. Daher sollte der Verkauf des Unternehmens Strato, das im Moment ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt, noch bis Ende November abgeschlossen werden. Dies scheint nun geglückt. Von den Erlösen wolle sich freenet weiter entschulden.

Nach der Übernahme des Mobilfunk-Dienstleisters debitel im April 2008 hatte freenet einen Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro angehäuft. Sowohl die Telekom, als auch United Internet sind bereits im Webhosting aktiv. Daher müssten bei einer Übernahme auch beide Unternehmen mit Problemen der Kartellaufsicht rechnen.

freenet hat 300 000 Mobilfunk-Kunden verloren

Erst vor Kurzem gab freenet seine Zahlen fürs dritte Quartal 2009 bekannt. Der Umsatz konnte demnach nicht gesteigert werden. Im Kerngeschäft Mobilfunk verlor freenet im dritten Quartal rund 300 000 Kunden, so dass nur noch 17,62 Millionen Kunden die Angebote des Mobilfunkbetreibers nutzen. Auch die Gesamterlöse sanken im abgelaufenem Quartal auf 929,8 Millionen Euro. Im vergangenem Jahr wurde noch ein Umsatz von rund einer Milliarde Euro verzeichnet.

Der Vorstandsvorsitzende der freenet AG Christoph Vilanek äußerte sich wie folgt zu den Quartals-Ergebnissen: "Dass der Erfolg unserer Maßnahmen mittlerweile auch in den Zahlen sichtbar ist, zeigt, dass wir mit der strategischen Neuausrichtung und Restrukturierung des Unternehmens auf dem richtigen Weg sind."

Der Telekommunikations-Anbieter freenet hat in Deutschland rund 1 000 Shops und etwa 6 000 Vertriebsstellen in denen Kunden Produkte der Marke mobilcom-debitel buchen können. Die Produkte stammen dabei aus den Sparten Mobilfunk- und Festnetz. Die Mitarbeiterzahl im Konzern hat sich im Verlauf des 3. Quartals 2009 um 218 weiter verringert auf jetzt 6 311.

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