FTTH-Verbreitung: Deutschland muss sich um Glasfasernetzausbau mehr bemühen

FTTH-Verbreitung: Deutschland muss sich um Glasfasernetzausbau mehr bemühen
Bild: Deutsche Telekom
Neuste Zahlen belegen, dass Litauen, Schweden, Norwegen und Slowenien beim Glasfaser-Ausbau in Europa ganz vorn stehen. Dies wurde offiziell auf der FTTH-Konferenz 2010 bekannt gegeben. Dabei war vor allem Litauen großer Gewinner und hat jetzt mit einer FTTH-Verbreitung von 18 Prozent den ersten Platz belegt. Die Verbreitungsraten der drei anderen Länder liegen derweil auch über 10 Prozent – ein wichtiger Grundstein für FTTH in Europa. Es müssen zukünftig deutlich höhere Übertragungsraten sichergestellt werden.

Die FTTH-Gemeinde heißt weiterhin die Länder Frankreich, Portugal, Bulgarien und die Tschechische Republik in den Top 15 willkommen – die Länder wollen zukünftig noch stärker die Verfügbarkeit von FTTH ankurbeln. In absoluten Zahlen erreichte Europa 2,5 Millionen Teilnehmer – 3,5 Millionen, wenn man Russland mit einbezieht. Die Mehrheit der Teilnehmer (77 Prozent) ist auf sieben Ländern konzentriert, in folgender Reihenfolge: Schweden, Italien, Frankreich, Litauen, Norwegen, Niederlande und Dänemark. In 5 dieser Länder sind inzwischen mehr als 200.000 Teilnehmer angeschlossen.

FTTH steht in Europa noch am Anfang

FTTH Council Europe President Karel Helsen bemerkt dazu: "Alle in der Marktübersicht gesammelten Daten bestätigen unsere Prognose eines stetigen Wachstums sowohl hinsichtlich der Zahl der Glasfaseranschluss-Teilnehmer als auch, was die angeschlossenen Haushalte betrifft, trotz des wirtschaftlichen Rückgangs. Das ist eine großartige Nachricht! Mit Frankreich hat das zweite europäische G-20-Land die Ränge der führenden FTTH/B-Märkte erreicht und schließt sich damit Italien an. Deutschland und Großbritannien müssen ihre Bemühungen verstärken, um möglichst schnell zu folgen." – trotzdem ist die Zahl sehr gering, denn FTTH steht in Europa noch am Anfang. Daher konnte Litauen auch den ersten Platz belegen.

Bei FTTH werden die Kabel direkt bis in die Wohnung des jeweiligen Teilnehmers verlegt. Die Kupferkabel vom Kabelverzweiger bis zum Teilnehmeranschluss des Kunden werden durch ein Glasfaserkabel ersetzt. Das elektronische Signal wird dann dort einer Umwandlung unterzogen und beispielsweise über LAN weiter verteilt.

Lesen Sie in einem weiteren Artikel, wie die Glasfaser-Technik funktioniert. Internet per Glasfaser verspricht weit höhere Übertragungsraten als es mit herkömmlichen Kupferkabel möglich ist. Doch wie genau die Datenübertragung per Lichtsignal funktioniert, wissen die wenigsten. Auch welche Ausbauarbeiten erst einmal vorgenommen werden müssen, um ein solches Netz herzustellen, lässt sich fragen. Und schließlich: Welche Vorteile beinhaltet die Technologie tatsächlich für den Kunden?

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