Funk-DSL – Bundesnetzagentur hat grünes Licht für Versteigerung
Gestern hat der Beirat der Bundesnetzagentur den Vergaberegeln für die Versteigerung weiterer Mobilfunkfrequenzen zugestimmt. Hierbei geht es um die immer noch frei liegenden Frequenzen aus der UMTS-Versteigerung aus dem Jahre 2000 (Quam und mobilcom hatten ihre ersteigerten Lizenzen zurückgegeben) sowie um die Frequenzen aus der so genannten Digitalen Dividende. Bei der Digitalen Dividende geht es um frei gewordene Frequenzen durch die Umstellung der Rundfunk-Technologie von Analog auf Digital. Je nach Komprimierungsgrad werden hierdurch bis zu 90 Prozent dieser Bänder nicht mehr benötigt.
Seit die Bundesnetzagentur die Auktionsregeln zur Kommentierung veröffentlicht hatte gab es allerdings heftige Kritik vor allem von den zwei kleineren Mobilfunknetzbetreibern E-Plus und o2-Germany, aber auch von den Branchenvertretern und sogar von der EU-Kommission. Hierbei geht es vor allem um Frequenzen aus der Digitalen Dividende, denn hieraus soll ein insgesamt 60 Megahertz breites Spektrum im Bereich zwischen 790 und 862 MHz versteigert werden. Über dieses Spektrum lassen sich besonders leistungsstarke Funknetze aufbauen.
o2-Germany und E-Plus aber auch andere Kritiker sind der Meinung, durch die jetzt anstehende Versteigerung bietet sich die einmalige Chance, den Wettbewerbsnachteil zwischen E-Plus | O2 und T-Mobile | Vodafone auszugleichen. Die beiden großen Wettbewerber waren früher in den Mobilfunkmarkt eingetreten und können dadurch ein breites Spektrum im Bereich 900 MHz nutzen. E-Plus sowie o2-Germany müssen sich mit den schwächeren Frequenzen im Bereich 1.800 MHz begnügen. Um diesen Nachteil auszugleichen fordern die kleineren Netzbetreiber jetzt eine bevorzugte Zuteilung der Frequenzen aus der Digitalen Dividende.
Die jetzt abgesegneten Vergaberegeln sehen zwar eine Beschränkung von T-Mobile und Vodafone vor, das geht den Kritikern aber nicht weit genug. So wird das zur Verfügung stehende Spektrum in sechs Blöcken zu jeweils 2 x 5 MHz versteigert; T-Mobile und Vodafone dürfen dabei für zwei Blöcke bieten, E-Plus und o2-Germany für drei und Neueinsteiger für insgesamt vier Blöcke. E-Plus und o2-Germany fordern für T-Mobile und Vodafone eine weitere Einschränkung, für sich selbst aber eine Ausweitung der Zuteilung.
Schützenhilfe erhielten E-Plus und o2 Ende vergangener Woche auch aus Brüssel. Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hatte ihre Bedenken um die Vergaberichtlinien in einem Schreiben an die Bundesnetzagentur herangetragen. In diesem Schreiben meint Reding, die Behörde möge jetzt die Chance nutzen, um den Wettbewerbsnachteil der kleineren Netzbetreiber auszugleichen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schrieb hierzu, aus Kommissionskreisen habe man erfahren, dass es sogar zu einem EU-Verfahren kommen könne, wenn die Bundesnetzagentur die Vergaberegeln nicht ändert.











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