Vor 20 Jahren: Der Beginn der heutigen Mobilfunk-Welt

Bild: 20 Jahre MobilfunkEin Ausflug in die Vergangenheit – am 07. Dezember 1989, also genau vor 20 Jahren, gab es in den Abendnachrichten nur ein Top-Thema. An dem damaligen Donnerstag wurde von der Bundesregierung die erste private GSM-Lizenz vergeben. Viel große Unternehmen der deutschen Wirtschaft kämpften um den Erhalt der Lizenz. Zugesprochen wurde sie schlussendlich einem Konsortium unter der Leitung von Mannesmann, dem außerdem Cable&Wireless, die DG Bank und Pacific Telesis angehörten. Bereits zweieinhalb Jahre später, im Sommer 1992, wurde das erste private Mobilfunknetz, das D2-Netz, in Betrieb genommen.
Das Standardkürzel "GSM" steht für Global System for Mobile Telecommunications, wurde aber in den Geburtsjahren der Mobiltelefone umgewandelt in das Stoßgebet "God send Mobiles!". Im Juni 1991 begann der Probebetrieb des Netzes in 15 Ballungsgebieten und Anfang 1992 war das D2-Netz vollständig betriebsbereit. Was jetzt noch für die Nutzung fehlte waren die Mobiltelefone. Im Juni 1992 erhielten die ersten Hersteller, darunter Ericsson und Motorola, die europaweite Zulassung für ihre Prototypen. Bereits am Ende des selben Monats wurden die ersten tausend kommerziellen Mobiltelefone ausgeliefert und fanden umgehend reißenden Absatz.
Preise damals und heute
Die Preise, die für ein solches Telefon damals zu bezahlen waren, sind heute kaum noch vorstellbar. Die ersten D2-Telefone kosteten 2.500 DM bis 3.000 DM, was als vergleichsweise günstig galt. Für Autotelefone aus dem C-Netz musste man immerhin rund 10.000 Euro auf den Tisch legen. Mit dem Netzstart von D2 wollte man das mobile Telefonieren für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich machen. Vor der Lizenz und den damit verbundenen Fortschritten waren die Mobiltelefone noch identisch mit den Autotelefonen und man bezahlte für eine Mobilfunkminute während des Tages 1,44 DM bei einer Monats-Grundentgelt von 77,52 DM. In der Nebenzeit, also zwischen 19 und 7 Uhr nur noch 49 Pfennige. Das telefonieren unterwegs war ein Luxus, den sich die wenigsten leisten konnten.
Das Angebot wuchs stetig und wurde von den Menschen mit Begeisterung aufgenommen. Bereits im August 1996, vier Jahre früher als geplant, wurde der zweimillionste Mobilfunkkunde begrüßt. Nur weitere zwei Jahre später betrug die Zahl der Mobilfunkkunden bereits knapp 14 Millionen. Heute zählt die Bundesnetzagentur 107 Millionen Teilnehmer. Eine Minute mit dem Prepaid-Handy ist schon ab 5 Cent zu haben und für Vieltelefonierer gibt es Flatrates bereits ab 4,95 Euro im Monat. Heute hat die Zahl der Handys in Deutschland längst die Einwohnerzahl überschritten.











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