Handy-TV via DVB-H – Valides Geschäftsmodell muss sein!
Die Telekom-Tochter T-Mobile bemüht sich bei den Landesmedienanstalten um die DVB(H) Sendefrequenzen, um damit unter anderem das mobile Angebot "Liga Total" weiter zu pushen denn das eigene UMTS-Netz reicht im Falle einer zu großen Kundennachfrage hierfür nicht aus. DVB-H ist ein spezieller Standard für Fernseh-Übertragungen auf Handys oder Handhelds. Im Gegensatz zum terrestrischen Standard DVB-T verspricht DVB-H einen besseren Empfang. Die Bildqualität ist zudem wesentlich besser, weil hierfür spezielle Beiträge produziert werden.
Bevor die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten allerdings eine Empfehlung an die Länderanstalten zur Vergabe einer Lizenz an T-Mobile aussprechen möchte macht der Vorsitzende der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) Thomas Langheinrich sehr deutlich: Bevor T-Mobile den Zuschlag für DVB-H erhält, müsse die Vielfalt für Angebote und die Zugangsoffenheit für eine zu betreibende Plattform sichergestellt sein, schließlich handele es sich bei DVB-H um Rundfunkkapazitäten.
Handy-TV-Angebote die auf diese Plattform zugeschnitten sind, bräuchten eine solide wirtschaftliche Basis, so Langheinrich in einem Interview gegenüber dem Branchendienst Digitalmagazin. Man werde darauf zu achten haben, dass ein valides Geschäftsmodell sowie verlässliche Partner vorhanden sind und der Hinweis müsse erlaubt sein, dass DVB-H kein Selbstläufer sein wird.
So gesehen ist Langheinrich ein gebranntes Kind, denn ein DVB-H Debakel hat Langheinrich schon durch. Handy-TV via DVB-H sollte eigentlich schon im Jahre 2006 während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland auf den Weg gebracht werden doch strittige Rechtsfragen verhinderten einen Start. Für die Europameisterschaft im Jahre 2008 sollte ein zweiter Versuch gestartet werden und hierzu hatte die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten dem Unternehmen "Mobile 3.0" eine Lizenz-Empfehlung erteilt.
Mobile 3.0 schaffte es allerdings nicht, eine Plattform für DVB-H-Beiträge auf den Weg zu bringen. Zwar hatte sich Mobile 3.0 mit den verschiedensten Fernsehanstalten über die Produktion von DVB-H-Beiträge geeinigt, doch sich nicht weiter um den Vertrieb möglicher Produkte über Mobilfunk-Anbieter bemüht. Außerdem krankte das Gesamtkonzept daran, dass einzelne Landesmedienanstalten keine geeigneten DVB-H-Frequenzen bereitstellen konnten, weil die Zuständigkeiten hierfür in den betreffenden Staatskanzleien nicht geklärt waren. Dazu kam dann noch das Hindernis, dass die Handy-Hersteller bis dato nur einige wenige DVB-H-fähige Endgeräte auf den Markt gebracht hatten und die wenigen Handy-TV- interessierten Kunden sich lieber um kostenlose DVB-T-Beiträge bemüht hatten. In letzter Konsequenz hatte die Mobile 3.0 eine Menge an Euro-Millionen verschlungen; die Investoren zogen sich zurück; Mobile 3.0 musste die Lizenz zurückgeben.
Sollte T-Mobile es ebenfalls nicht schaffen, ein solides Konzept auf den Weg zu bringen und sollte ein Sendestart erneut ausbleiben, würden die Medienanstalten die Rundfunkfrequenzen irgendwann einmal für andere Dienste freigeben, so Langheinrich weiter. Es mache allerdings wenig Sinn, derzeit über Alternativen nachzudenken. Dennoch würden die Landesmedienanstalten die Frequenzen nicht bis zum "Sankt Nimmerleinstag" für Handy-TV bereithalten, machte Langheinrich deutlich.
T-Mobile hat indes Gespräche mit den seinerzeitigen DVB-H-Marktakteuren aufgenommen. Hierzu zählt insbesondere das Unternehmen "Media Broadcast", das ursprünglich als Mobile 3.0 – Dienstleister das notwendige Sendenetz betreiben sollte.











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