Land BW – keine Schutzzonen für sensible Menschen bei Mobilfunkstrahlen
Die Grünen-Abgeordnete Gisela Splett hatte im baden-württembergischen Landtag mit einer kleinen Anfrage auf einen Beschluss des Europaparlaments hingewiesen, in dem es um den Schutz von Menschen mit besonderer Elektrohypersensibilität bei Mobilfunkstrahlen geht. Hiernach sollten alle Mitgliedsstaaten aufgefordert werden, elektrosensible Menschen als behindert anzuerkennen, um ihnen einen angemessenen Schutz und Chancengleichheit zu bieten.
Die Landesregierung in Stuttgart sieht allerdings keinen Handlungsbedarf in dieser Angelegenheit. Es sei kein Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlen und den gesundheitlichen Beschwerden von betroffenen Menschen nachgewiesen, so Sozialministerin Monika Stolz (CDU) und daher erübrigen sich auch Schutzzonen für sensible Menschen oder auch die Unterstützung spezieller Konzepte.
Seit die Nachfrage und Nutzung von Mobilfunkgeräten auf alle Bevölkerungsschichten übergegangen ist gibt es auch Kritiker die vor möglichen Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlen warnen. Zwischenzeitlich beschäftigen sich weltweit Wissenschaftler, Experten und Institutionen mit Studien um Mobilfunkstrahlungen, doch bisher konnte keine Gesundheitsgefährdung für Menschen zweifelsfrei nachgewiesen werden. Die einzige Einschränkung die immer wieder genannt wird ist die Tatsache, dass man bisher noch auf keine gesicherten Langzeitstudien zurückgreifen könne und man besonders auf mögliche Schäden bei Kindern achten müsste.
So ist auch das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) aus Berlin seit Jahren damit beschäftigt, die Mobilfunk-Sendeanlagen in Deutschland auf den Prüfstand zu nehmen und die Ergebnisse der veranlassten Messungen der Bevölkerung in Ausstellungen zur Kenntnis zu geben. In allen Messungen lagen die Grenzwerte weit unter den zulässigen Werten. Trotzdem finden sich immer wieder Meldungen über hochsensible Menschen oder Personengruppen. Die Menschen im Allgäu scheinen dabei besonders empfindlich zu sein. So war beispielsweise im November 2006 im Oberbayerischen Volksblatt zu lesen, "seit Monaten" würden zahlreiche Bürger des idyllischen Passionsspielorts Oberammergau von Herzrasen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Unruhe geplagt werden. Selbst der evangelische Pfarrer Carsten Häublein sei betroffen und könne nicht mehr in seinem Pfarrhaus schlafen. Später klagten mehr als 50 Personen im Ort über gesundheitliche Beschwerden.
Im Jahre 2005 kam die Weltgesundheitsorganisation WHO zu dem Schluss, dass es bisher keine eindeutigen Diagnosekriterien für Elektrosensibilität gibt und auch keine wissenschaftliche Basis, um die Symptome mit der Einwirkung von elektromagnetischen Feldern in Verbindung zu bringen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beziffert den Anteil der Bevölkerung, der sich selbst als elektrosensibel bezeichnet, auf etwa 1,5 Prozent.
Ende 2008 gab es bundesweit rund 107 Millionen Teilnehmer in den Mobilfunknetzen. Die Funknetzabdeckung in Baden-Württemberg bei 100 Prozent.











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