HanseNet, Telekom und 1&1: VDSL ist nicht gleich VDSL

HanseNet, Telekom und 1&1: VDSL ist nicht gleich VDSL
Bild: VDSL bei 1&1 und Co.
Die Deutsche Telekom ist aktuell der einzige überregionale Anbieter mit eigenem VDSL-Netz in Deutschland. Telekommunikationsunternehmen wie 1&1, HanseNet und Vodafone nutzen mit ihren Angeboten das Telekom-Netz auf Resale-Basis. Das VDSL-Netz und die Verfügbarkeit sind daher bei allen Anbietern gleich. Doch obwohl die Angebote allesamt aus einer Quelle kommen, gibt es technisch weitreichende Unterschiede.

Internetfernsehen (IPTV) ist sowohl über einen Anschluss der Telekom als auch über 1&1, die mit maxdome Video-Inhalte für ihre Kunden anbieten, verfügbar. Nur die Kunden des Hamburger Telekommunikationsanbieters Alice müssen auf IPTV verzichten. Die Einschränkungen begründen sich in der Technik. Sowohl die VDSL-Anschlüsse von 1&1 und Alice als auch die der ab Dezember von Vodafone angebotenen Anschlüsse basieren auf einem sogenannten Bitstream-Verfahren. Der Kunde besitzt demnach einen Anschluss bei der Telekom und erst ab einer bestimmten Netz-Ebene wird das IP-Signal an das Core-Netz (Kernnetz/Backbone) des Alternativ-Anbieters übergeben. Genau durch diesen Vorgang kommt es jedoch zu Einschränkungen. Bis zur Übergabe ist das Internet-Signal (IP-Signal) ein Signal im Telekom-Netz.

Multicast schont Core-Netz des IPTV-Anbieters

Die Geräte, die entscheidend für die Auslieferung von IPTV-Signalen sind und die Kunden mit den TV-Signalen beliefern, nennen sich Videopumpen und befinden sich meist in den Rechenzentren der Alternativ-Anbieter. IP-Signale aus dem Telekom-Netz lassen sich von diesen Geräten nicht erreichen. Die TV-Signale werden als gesammeltes Paket zu den Videopumpen transportiert und erst dann direkt zum Kunden ausgeliefert. Dieses Verfahren nennt sich Multicast und schont mit der vorangestellten Bündelung der Signale das Core-Netz des IPTV-Anbieters.

1&1 bietet mit maxdome nur Video on Demand an, so dass ein Multicast-Verfahren hier ohne Bedeutung ist. Ein weiterer großer Unterschied zwischen den VDSL-Anbietern zeigt sich in den Telefonanschlüssen. Nur die Deutsche Telekom schaltet derzeit noch einen echten analogen oder ISDN-Anschluss, alle anderen Anbieter müssen ihre Telefondienste schon heute über NGN, also IP-basiert, realisieren. Auch hier basieren die Unterschiede der Anschlusstechnik in den Bitstream-Verfahren. Das Verfahren ermöglicht es den Alternativ-Anbietern nicht, einen echten Telefonanschluss zu schalten, auch wenn die Anschlussgegend vom Anbieter selbst bereits erschlossen ist. Die aktuellen VDSL-Anschlüsse der Anbieter 1&1, HanseNet und bald auch Vodafone sind eine Antwort auf den Wunsch nach immer mehr Bandbreite, für den Transport von HDTV-Signalen sind sie jedoch denkbar ungeeignet.

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