Regierung: High-Speed Internet über TV-Kabelnetze bis 2014

Bild: Matthias KurthMit der Breitbandstrategie der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2014 drei Viertel aller Haushalte Zugang zum High-Speed-Internet haben, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Matthias Kurt, Präsident der Bundesnetzagentur, ist jedoch der Meinung, dass die Realisierung der Strategie über die TV-Kabelnetze erfolgen kann. Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s im Downstream lassen sich bereits mit VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) erzielen.
Zwar hat die Deutsche Telekom bereits in ca. 50 deutschen Städten die VDSL-Technik installiert, jedoch wird der weitere Ausbau bis 2014 flächendeckend nicht möglich sein. Ebenso hohe Übertragungsgeschwindigkeiten könnten mit der Mobilfunk-Technik LTE sowie der Verlegung von Glasfasern bis in die Wohnungen realisiert werden. Pro Zelle wird im Mobilfunk auf Basis von LTE eine Übertragung von 100 MBit/s und mehr möglich sein. Beide Techniken werden allerdings in naher Zukunft nicht flächendeckend vorhanden sein können.
Der Datentransfer via TV-Kabel würde laut Kurt 60 Prozent der deutschen Haushalte erreichen. In vielen Gebieten ist noch eine Aufrüstung der Netze notwendig. Dieser Aufwand müsste von den Betreibern Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia finanziert werden. Nach Angaben von Kabel Deutschland wurden bereits Ende März vergangenen Jahres bis zu 80 Prozent des Kabelnetzes mit Telefon und Internet aufgerüstet .
"Wir dürfen uns nicht nur auf VDSL, LTE und Glasfaser bis ins Haus konzentrieren", äußerte sich Kurth weiterhin gegenüber der Financial Times. Aktuell seien 2,4 Millionen Kunden mit Breitband über TV-Kabel versorgt. Es könnten aber 24 Millionen Haushalte erreicht werden. Wenn die Investoren mit der entsprechenden Kraftanstrengung auf 100 Megabit aufrüsten, hätten sie sogar zumindest zeitweise einen Vorsprung".
Kunde wird über Preis und Qualität entscheiden
Der Präsident der Bundesnetzagentur ist weiterhin der Meinung, dass die Deutsche Telekom und andere TK-Anbieter nachziehen werden, wenn der indermodale Wettbewerb in Deutschland belebt wird. Der Kunde wird sowohl über den Preis als auch über die Qualität entscheiden können. Deutschland liege in der Konkurrenz zwischen DSL, Mobilfunk und TV-Kabel im Vergleich zum Ausland hinten. "In anderen Ländern ist das Verhältnis fast halbe-halbe. Die Wettbewerbssituation ist offen. Wenn wir es von der Regulierung her richtig machen, können wir den Infrastrukturausbau erheblich beschleunigen", so Kurt.











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