Geheimes Internet in Deutschland: 10 000 Kilometer an Glasfaserleitungen verlegt

Bild: Falko Matte – Fotolia.comIn einem interessanten Artikel berichtet die Welt-Onlineausgabe über das nicht öffentliche (aber teilweise offene) Internet. Es geht um das Internet 2, welches aus einem Geflecht von nicht öffentlichen Leitungen, öffentlichen aber verschlüsselten und teilweise öffentlichen Leitungen besteht.
In Deutschland wird dieses Netz primär von der Wissenschaft genutzt. 10 000 Kilometer Glasfaserleitung verbinden die 70 Wissenschaftszentren dieses Landes miteinander. Um dieses Parallel-Netz kümmert sich der DFN-Verein (Verein zur Förderung eines deutschen Forschungsnetzes) als Internet-Provider der Hochschulen und anderer Forschungseinrichtungen hierzulande.
Die separaten Netze sind durchaus notwendig, denn Wissenschaft produziert enormen Datenverkehr. Für die besonders frequentierten Datenwege hat der DFN-Verein ganze Glasfasern angemietet. Für Nebenstrecken begnügt er sich mit einzelnen reservierten Wellenlängen des die Bits übertragenden Lichts. Von den 100 rechnungsstärksten Computern der Welt stehen alleine neun in Deutschland. Es kommt vor, dass innerhalb von kürzester Zeit einige Terabyte verschoben werden müssen, darum ist die extra Kapazität dringend notwendig. Außerdem sollen Forschungsprozesse nicht durch eventuell eintretende Spammail-Fluten oder Filmdownloads beeinträchtigt werden.
Internet 2 ist offen und für alle zugänglich
Das Internet 2 ist offen und für alle zugänglich, wie es der wissenschaftliche Grundsatz vorschreibt. Nur für zeitkritische Aufgaben werden abgeschottete Verbindungen geschaltet – störungsfreie Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
Die Forschernetze dienen hauptsächlich dazu, den Bandbreitenbedarf für die wissenschaftliche Arbeit zu decken. Für die Sicherheitsbedürfnisse der Forscher unterhält der DFN-Verein eines der bedeutendsten Cert (Computer Emergency Response Team) in Deutschland. Es beobachtet den Datenverkehr, tauscht Informationen mit Certs in aller Welt aus, ist so stets über die Gefährdungslage im Netz auf dem Laufenden und kann die IT-Abteilungen der angeschlossenen Institutionen rasch vor aktuellen Risiken warnen. Wenn trotzdem ein Sicherheitsproblem auftritt, hilft das DFN-Cert den Universitäten, es zu beheben.
Auch Unternehmen und Sicherheitsbehörden nutzen sogenannte VPN (Virtual Private Network). Polizei-Stationen, Bundeswehrstandorte, Konzerne mit Zentralen in mehreren Städten, alle sind untereinander über Corporate Network-Leitungen miteinander unter Ausschluss der Öffentlichkeit verbunden. So ganz ausgeschlossen ist die Öffentlichkeit allerdings nicht, wie die US-Brigadegeneralin Susan Lawrence vor zwei Jahren bei einer Pressekonferenz zu verstehen gab. Damals sprach sie über die Sicherheits-Situation des Pentagon, einem der ersten geheimen Netzwerke der Welt. Auch die Tradition, ziviles und militärisches Internet voneinander zu trennen, kommt aus den USA. Trotzdem lautete Lawrences Fazit damals, die aktuellen Absicherungen seien nicht genug.











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