Teure Leitung: 0900-Nummern und ihre Tücken
Der Anruf einer kostenpflichtigen Service-Telefonnummer mit einer 0900-Vorwahl kann schnell zur Kostenfalle werden. So wird oftmals eine teure Warteschleife geschaltet, die den anrufenden Kunden abfängt. Dies ergab eine Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen, wie die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe berichten.
Dazu wurden 50 Unternehmen aus den Ressorts DSL, Billig-Fluggesellschaften und mobiles Telefonieren sowie weitere Beratungsstellen näher untersucht. Zu den unterschiedlichsten Zeiten wurden dabei deren Service-Hotlines angerufen und von Testern die jeweilige Zeit mit einer Stoppuhr festgehalten und dokumentiert. So konnte ermittelt werden, welche durchschnittliche Zeit der eigentliche Anruf benötigt, um zu einem Mitarbeiter durchgestellt zu werden. Heraus kam, dass etwa in 30 Prozent der Fälle dies länger als eine Minute andauerte.
Dem Kunden werden bei diesen langen Wartezeiten nicht nur die Nerven belastet, sondern auch der Geldbeutel. So variierten die Preise für die Warteschleifen der angerufenen Service-Nummern zwischen 24 Cent und 1,99 Euro.
Dazu äußerte Bärbel Höhn, die stellvertretende Bundesfraktions-Vorsitzende, einen regen Verdacht: "Bei vielen Anbietern scheinen die teuren Warteschleifen zum Geschäftsmodell zu gehören. Da werden viele Millionen verdient ohne Gegenleistung. Verbraucher sollten erst zahlen müssen, wenn sie einen Berater am anderen Ende der Leitung haben."
Kombination von Tarifierungsarten ist rechtlich problematisch
Mehrwertdienste dürfen seit 2006 nur noch über die gängig bekannten Rufnummern mit der 0900 abgewickelt werden. Wer eine Gespräch zu einer 0900-Nummer führen will, muss damit rechnen, dass diese fei tarifierbar ist. Jedoch gibt es festgelegte Gesetze, an diese sich der jeweilige Anbieter mit seiner 0900-Nummer bei der Tarifierung halten muss. Dies bedeutet genau, das ein Gespräch maximal 3 Euro je Minute oder 10 Euro pro Gespräch kosten darf. So kann es aber auch leicht dazu kommen, das der Preis schnell von 50 Cent für ein Gespräch auf gleich 10 Euro pro Gespräch klettern kann.
Der Pressesprecher der Bundesnetzagentur Rudolf Boll meint zu den Schwankungen: "Die Zulässigkeit der Kombination von Tarifierungsarten ist rechtlich problematisch und muss im Einzelfall geprüft werden."
Einige Anbieter berechnen wenigstens verschiedene Preise pro Minute für unterschiedliche Dienstleistungen. So heisst es bei teltarif.de: "Gespräche, die pro Minute abgerechnet werden, werden durch die Netzanbieter aus Sicherheitsgründen nach einer Stunde getrennt. Eine derartige Zwangstrennung kennt das Gesetz bei Event-Berechnungen nicht. Aus den Mobilfunknetzen gelten abweichende Tarife, sofern die Nummern überhaupt erreichbar sind."











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