Vodafone Griechenland im Visier der Ermittlerdsltarife - DSL Infos, News und Tarife |
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14.04.2006Vodafone Griechenland im Visier der ErmittlerSMS) nicht erhalten zu haben. Was zunächst wie eine technische Panne aussah, entpuppte sich bei entsprechender Kontrolle durch ein Expertenteam als vorsätzlich, innerhalb der technischen Vorrichtungen Vodafones installierte Abhörsoftware, die durch ein Trojanerprogramm aktiviert werden konnte.
Darüber hinaus wurde bekannt, dass zahlreiche Mobilfunk-Telefone hochkarätiger, griechischer Politiker ebenfalls abgehört wurden: zu den Opfern der Abhöraffäre, gehören sowohl Griechenlands Ministerpräsident Kostas Karamanlis, wie auch Außenminister Petros Molyviatis sowie einige andere Hochkaräter des Verteidigungsministeriums und prominente Pressevertreter. Somit erhält die bedenkliche Affäre zusätzlich eine immense politische Bedeutung, denn wer könnte daran interessiert sein, Staatsgeheimnisse auszuspionieren?
Die Rolle des Mobilfunkbetreibers Vodafone in diesem Abhörskandal war stets umstritten, dazu trugen der mysteriöse Selbstmord des Vodafone-Mitarbeiters Costas Tsalikidis kurz nach Entdeckung der Spionagesoftware (dieser war zuständig für die Wartung und Architektur der Systeme zum Zeitpunkt der Installation des Schnüffelagenten, die bereits im Jahr 2003 stattgefunden haben soll) und die Tatsache, dass Vodafone, nach Ansicht involvierter Experten, viel zu spät die zuständige Regierungsstelle über diesen gravierenden Vorfall in Kenntnis gesetzt hat, erheblich bei. Anastasios Karamarios, Leiter der Untersuchungskommision in der Vodafone-Abhöraffäre kam nach Durchsicht des ADAE-Zwischenberichtes (Communications Privacy Protection Authority) zu dem Entschluss, Vodafone unmittelbar durch die zuständige Staatsanwaltschaft zur Verantwortung ziehen zu wollen; in dem 27-seitigen Bericht sieht Karamarios laut Aussage der Publikation "Kathimerini" eindeutige Hinweise auf eine Gesamtverantwortung Vodafones an den Vorfällen: so sollen am 24 Januar 2005 Manipulationen an der besagten Software durchgeführt worden sein, einem Zeitpunkt an dem - laut Protokollierung - nur Techniker von Vodafone die technischen Infrastrukturen (in Besitz von Ericsson Hellas) betreten haben sollen. [i; text-align:center; font-size: 10px;">
Tsalikidis war als ein lebensfroher und geselliger Mann bekannt, fest verankert in einem seit Jahren gefestigten sozialen Umfeld und mit gesicherter finanzieller Lebensgrundlage. Er lebte allein in seiner Wohnung, plante jedoch für den Sommer 2005 die Verlobung mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Sarra, der er im Januar 2005 offenbarte, bei Vodafone etwas entdeckt zu haben, das (falls es publik werden würde) die Zukunft des Unternehmens in Griechenland gefährden könnte.
[IMG]http://www.dsltarife.net/images/news/2006-04-13-costas_mail1.gif" border="0" align="left" hspace="10" vspace="10" alt="">Für den 25 März 2005 (griechischer Nationalfeiertag) hatte das Paar zusammen mit einigen Freunden, einen Ausflug nach Kalambaka geplant; noch am 8 März bestätigte Tsalikidis gegenüber seiner Freundin, die Vorbereitungen seien abgeschlossen. Vodafone lässt Verantwortung und Kooperationsbereitschaft missen
Im Rahmen seiner Ermittlungen, stieß Themistoklis Sofos bei Vodafone Griechenland auf eine Mauer des Schweigens, der Mobilfunk-Anbieter weigerte sich zunächst, den firmeninternen Desktop-PC von Tsalikidis für eine etwaige Spurensicherung herauszurücken; das Mobilfunkunternehmen gab erst gestern (am 13.04) den firmeninternen PC des Ingenieurs heraus, nach Intervention des zuständigen Staatsanwaltes Diotis. Ebenfalls verweigerte man Informationen zum Umfeld des Verstorbenen, Briefe des promovierten Anwaltes wurden in der Unternehmenszentrale zunächst ignoriert.
Mit seinem Gefühl, Vodafone wolle keine Fakten herausrücken, sondern sei eher an Verzögerungen und Verschleierung von Sachverhalten interessiert, steht Sofos nicht alleine, zudem das Mobilfunkunternehmen die Gesamtverantwortung für den Abhörskandal nach wie vor ablehnt, was den Leiter der ADAE, Anastasios Karamarios dazu veranlasste, das sofortige Eingreifen der Staatsanwaltschaft gegen Vodafone einzufordern; sein Büroleiter - Litas - sagte in einem Telefoninterview mit M. Heymann, Vodafone müsse nun endlich seine Verantwortlichkeit für die eigenen technischen Systeme eingestehen. Zudem habe Vodafone Dumps und Protokolle von lediglich zwei Monaten und nicht, die des kompletten Zeitraumes des Abhörvorganges vorgelegt, so die Vorwürfe der Untersuchungskommission weiter.
Wie zu erwarten, verwies Michopoulos bei allen Fragen im Zusammenhang mit dem ADAE-Interim-Report auf die öffentlich zugängliche Presseerklärung seines Unternehmens und lehnte weiterführende Stellungnahmen entschieden ab.
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