Fußball – Telekom droht Lizenzentzug
Die Pläne der Deutschen Telekom, die künftigen Live-Spiele der Deutschen Fußball Liga nicht nur über DSL auf die PCs der deutschen Bevölkerung zu bringen, sondern auch dem Bezahlsender Premiere via IP-TV für die Fernsehschirme zur Verfügung zu stellen, könnte mit dem Verlust der Sendelizenz verbunden sein.
Im Streit um die Senderechte der künftigen Fußball Spiele zwischen der Deutschen Fußball Liga und der Deutschen Telekom hat sich nun Liga-Präsident Werner Hackmann konkreter und schärfer geäußert: Hackmann meinte gegenüber der Bild-Zeitung: "Die Pläne der Telekom, die Spiele gemeinsam mit dem Bezahlsender Premiere nicht nur über DSL, sondern auch über Satellit und Kabel auf den TV-Schirm zu bringen, sind nicht akzeptabel. Im Extremfall könnte die Telekom auch die Internet-Rechte für die Übertragung der Bundesliga wieder verlieren."
Die DFL hatte im Dezember 2005 die Senderechte für die Live-Übertragung der Bundesliga Spiele quasi doppelt vergeben. Während die Kabel-Firma Arena ihre Lizenzrechte fürs Fernsehen für jährlich 220 Millionen Euro erworben hat, wurden die Internet-Rechte für gut 50 Millionen Euro an die Deutsche Telekom vergeben. Was die Fußball-Verantwortlichen nicht bedachten: Mittels IP-TV ist es möglich, die Fußballspiele auch auf die Fernsehschirme zu bringen und daran ist der Bezahlsender Premiere interessiert. Nun droht ein doppeltes Recht, wobei die Telekom dann quasi für ein Taschengeld die gleiche Leistung bieten kann, wie die Kabelfirma Arena auch.
Die Telekom beruft sich darauf, dass die Ausschreibung der Rechte eine Übertragung des so genannten IP-Signals per DSL, Kabel und Satellit gestatte. Bei der DFL heißt es indes, in dem Konzept, mit dem sich die Telekom um die Rechte beworben habe, sei von Kabel und Satellit nicht die Rede gewesen. Intern wirft die Liga der Telekom daher "Tricks" vor.
Bei Arena hieß es nur, das Unternehmen gehe davon aus, dass es die Bundesliga per Kabel und Satellit nur über Arena geben werde. Die Telekom wollte indes die Äußerungen Hackmanns nicht weiter kommentieren und verwies auf die laufenden Gespräche.
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