
Nachdem die
Deutsche Telekom nun gänzlich auf die Verbreitung ihrer Bundesliga-Übertragungsrechte via Kabel und Satellit verzichtet hat, bleiben dem Telekom-Kooperationspartner Premiere nur noch die Highspeed-Internet-Leitungen VDSL oder ADSL2+ . Der Pay-TV-Sender Premiere gibt sich dennoch nicht geschlagen und verkündet, nun möglichst viele Kunden mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz ausstatten zu lassen. "Wir erarbeiten zur Zeit die Ausbaupläne mit der Telekom", meint Premiere-Sportchef Carsten Schmidt gegenüber der dpa. Premiere will prüfen, in welchen Regionen sich die meisten Kunden konzentrieren und danach will die Telekom das VDSL-Netz vorrangig ausbauen.
Der langjährige Monopol-Inhaber für die Live-Übertragung der Deutschen Bundesliga, Premiere, war im Dezember 2005 trotz eines höheren Gebotes für die neue Übertragungs-Lizenz leer ausgegangen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte Premiere die rote Karte gezeigt, nachdem Premiere sein Angebot damit verknüpfen wollen, die Konkurrenzsender dürften Bilder der Spiele erst ab 22:00 Uhr zeigen. Stattdessen konnte sich die Marketing-Firma Arena die Übertragungsrechte fürs Fernsehen und die Deutsche Telekom fürs Internet sichern.
Nachdem die Lizenzen vergeben waren, taten sich Vertragslücken speziell bei der Telekom in der Form auf, dass im Vertrag nicht explizit gesagt wurde, dass die Telekom ihre Spielberichte nicht über das Kabel-Netz oder über Satellit verbreiten darf. Premiere sah hier seine Chance und schloss zunächst mit der Telekom einen entsprechenden Vermarktungsvertrag über VDSL, Kabel und Satellit. Da sich hierbei aber herausstellte, dass die DFL die Live-Übertragungen dadurch
doppelt verkauft hatte, einigten sich die Telekom und die DFL darauf, dass die Telekom auf die Vermarktung via Kabel und Satellit zukünftig verzichten wird, dafür aber die Namensrechte an der Fußball Bundesliga erhält. Die Telekom zahlte für den Namen "
Telekom-Bundesliga" gut 35 Millionen Euro und drückt somit dem Übertragungskonkurrenten Arena seinen Stempel auf. Arena wird zukünftig über die Telekom-Bundesliga berichten müssen.
Damit aber wird der ehemalige Monopol-Inhaber
Premiere weiter ins Abseits geschoben. "Wir nehmen das sportlich", meinte Premiere-Sport-Chef Schmidt. Man wolle mit der Telekom künftig voll auf IPTV, also auf Fernsehen über Internet, setzen. "Das ist die Zukunft, Kabel die Gegenwart. IPTV beflügelt den Erfindergeist bei Premiere", klingt es fast schon trotzig und zickig vom
Premiere-Sport-Chef.
Noch aber können nur wenige Haushalte in Deutschland über das notwendige Telekom-Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL ins Internet. Als Ziel wollte die Telekom bis Ende Juni gut drei Millionen Haushalte an das neue VDSL-Netz anschließen. Ob´s hilft? Premiere-Kunden werden es bald erfahren!
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