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22.06.2006

Handy Tarife

Handy-Dienste der Zukunft

Handy-Dienste der ZukunftMobilfunk-Telefone sind in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Die vormals koffergroßen, kiloschweren Elektronik-Anlagen sind zu kleinen Kärtchen mutiert; die mobile Erreichbarkeit ist kein Thema mehr und SMS- oder MMS-Dienste sind zur Selbstverständlichkeit geworden. In den Industrieländern ist der Mobilfunk-Markt mehr und mehr gesättigt und nun ist die Frage, was kommt nach SMS, MMS, Blackberry, Digitalkamera oder MP3-Player?

"Mulitfunktionalität" ist das Schlagwort der Zukunft und in Pilotprojekten findet man bereits jede Menge Dienste, die das Leben in unserer Gesellschaft erleichtern (sollen):

Handy-TV beispielsweise ist derzeit in aller Munde. Zukünftig bekommt jeder der mag, Fernsehsendungen auf seinem Handy, egal, wo er sich befinde. Im Mai beispielsweise diskutierten Experten im Rahmen des 18. Medienforums in Nordrhein-Westfalen über Zukunftsvisionen sowie dem all umfassenden Service-Dienst mit dem Namen "Triple-Play". Experten meinen, dass bis zum Jahre 2010 rund 200 Millionen Handy-Nutzer von den Mobilfunk-Providern mit entsprechenden Diensten und geeigneten Handys bedient werden. Bereits heute haben sich selbst die vier Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2-Germany in einem Pilotprojekt über vier Städte zusammengeschlossen, um Handy-TV zukünftig besser vermarkten zu können.

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Immer mehr Städte berichten über die Einführung des so genannten "Handy-Ticketing". Hinter Handy-Ticketing verbirgt sich die Möglichkeit, mittels Handy Bus- und Bahnkarten zu kaufen und dem Kontrolleur am Handy anzeigen zu lassen. So startet beispielsweise in Berlin ein Pilot-Projekt, mit dem es zukünftig möglich ist, Fahrkarten für Busse und Bahn zu buchen, egal, wo man sich in Deutschland gerade befindet. Auch Parksysteme werden bereits heute mit entsprechenden Systemen ausgestattet. Der Kunde stellt sein Fahrzeug ab, registriert seine Ankunft via Handy und wenn er die Parkfläche verlässt, wird exakt die Parkzeit gemessen und die Parkgebühr geht über die Handy-Rechnung direkt an die städtische Verwaltung.

Handys werden heute aber nicht nur für Parkscheine und Busfahrkarten eingesetzt, sondern auch für Eintrittskarten von Massenveranstaltungen. So hatten beispielsweise Besucher der Schweizer IT-Messe Orbit-IEX (Mai 2006) die Möglichkeit, Eintrittskarten mobil zu ordern und sich am Messe-Eingang mittels Handy zu autorisieren. Im Rahmen der Einführung waren diese Eintrittskarten kostenlos. Messeveranstalter erhoffen sich durch derartige Systeme eine bessere Auslastung der Besucher und einen besseren Ablauf in der Verwaltung und Logistik der Veranstaltung.

In Südkorea sind die Strafverfolgungsbehörden bereits heute dazu übergegangen, Bußgeldbescheide, Strafbefehle oder Gerichtsklagen via SMS an die "Delinquenten" zu verschicken. Alleine hier spart die südkoreanische Verwaltung mehr als 130.000 Euro Verwaltungskosten jährlich ein und eine zeitnahe Zustellung ist kein Thema mehr.

In Japan freuen sich bereits heute Millionen von Tagespendlern auf die nächste Folge ihrer Online-Romane, die sie allmorgendlich während der U-Bahn-Fahrt über das Handy abrufen können. Eine japanische Tageszeitung berichtete im Mai dieses Jahres, dass ein Liebesroman mit dem Titel <<Deep Love>> bereits mehr als 20 Millionen Mal aufgerufen wurde und das sich die Fan-Gemeinde rasant ausgeweitet hat, seit der Dienstleister auch Krimi- und Science-Fiction-Romane in seinem Programm-Angebot mit aufgenommen hat.

Ebenfalls in Japan wurde nun von dem Mobilfunk-Netzbetreiber NTt DoCoMo ein System vorgestellt, mit dem japanische Transportunternehmen mobil überprüfen können, ob ihr Fahrer Alkohol getrunken hat. Bei dem System misst ein Sensor der Firma Tanita, der in eines von DoCoMos Handys eingebaut ist, den Atem des Fahrers auf einen möglichen Alkoholgehalt. Das gemessene Ergebnis wird über das FOMA-Netzwerk zum Computer der jeweiligen Firma übermittelt.

Mobile Navigationsgeräte sind heute kein Thema mehr. So meldete beispielsweise der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), dass noch in diesem Jahr bis zu einer Million "portable Navigationsgeräte" verkauft sein werden und somit derartige Geräte bereits heute den Massenmarkt erreicht haben.

In der Zeitschrift "Apotheken-Umschau" war zu lesen, dass Ärzte zukünftig weg gehen werden, von ihrem kleinen Piepser und dafür Handys nutzen, um somit schneller auf Notfälle reagieren zu können. In den Bochumer Kliniken der Evangelischen Stiftung "Augusta" wurden die Piepser bereits gegen Vodafone-Handys ausgetauscht.

Der US-amerikanische Medien-Gigant Disney hat mit seinem so genannten "Disney Mobile" ein Überwachungs-Handy für Kinder vorgestellt. Zielgruppe sind hierbei Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren. Neben kindgerechte Informationen steht die Ortung der Kinder im Vordergrund. Aber nicht nur die Ortung von Personen wird heute als Dienst angeboten, sondern auch die Ortung des Handys direkt, beispielsweise bei Verlust. Mit dem Ortungsdienst von http://puremobile.de wird Ihnen beispielsweise ein Stadtplan angezeigt, auf dem Sie sehen, wo sich Ihr Handy gerade "befindet".

Zwischenzeitlich denkt die Industrie nicht nur an Kinder, Jugendliche und Erwachsene im arbeitsfähigen Alter, sondern auch an Senioren. Neben Handys mit einfachen Funktionen, großen Tasten und großer Schrift gibt es heute Notfall-Geräte, mit denen Menschen mit einem Knopfdruck um Hilfe rufen können.

Nachdem Dialer zum Bezahlen von Internet-Dienstleistungen in Verruf gekommen sind, hat sich heute das so genannte Mobile-Payment durchgesetzt. Hierbei können Sie nicht nur Internet-Dienste über die Telefonrechnung bezahlen, Sie können sich mittels Handy als Echtkunde auch autorisieren. Dabei wird Ihnen vom Internet-Dienstleister eine Code-Nummer im Internet angezeigt, die dann vom Dienstleister über die von Ihnen angegebene Telefonnummer abgefragt wird. Gleichzeitig kann der Internet-Dienstleister anhand der Handy-Nummer und der hinterlegten Adresse eine Bonitätsprüfung durchführen.

Im Gespräch sind auch bereits so genannte "Wegwerf-Handys " aus Papier, die Sie wie eine TetraPack-Packung nach einmaligem Gebrauch einfach wegwerfen können. Hierbei brauchen Sie sich nicht um Tarif-Preise und Roaming-Gebühren zu kümmen, diese Entgelte sind bereits im Kaufpreis des Handys enthalten. Angedacht sind derartige Handys für Auslandsreisende, die beispielsweise am Flughafen oder auf Bahnhöfen gerade mal telefonisch erreichbar sein möchten.

Insgesamt sind die Anwendungsmöglichkeiten eines Mobilfunk-Telefones heute kaum mehr aufzuzählen. "Blackberry" als mobiler E-Mail-Dienst ist heute eine Selbstverständlichkeit. Die so genannte RFID-Technik wird dem User künftig Informationen der Ware direkt auf dem Handy ... im Supermarkt ... geben; die so genannte Videophonie bleibt nicht nur auf das Internet beschränkt und bereits heute lassen sich Menschen beim Shopping beraten, indem sie Fotos von Konsumgütern in Echtzeit an ihre "Busenfreundin" schicken.


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