Mobil-TV – zwei weitere Standards aus China
Der Endverbraucher soll Fernsehen immer und überall dabei haben, -DAS- hat sich die Mobilfunk-Industrie zur Aufgabe gemacht und vermarktet seit geraumer Zeit mobile Geräte fürs mobile Fernsehen mit dem Namen Handy-TV . Die Fußball Weltmeisterschaft im Juni 2006 sollte Handy-TV populär machen, doch gab es bis dahin weder flächendeckende Sendelizenzen, noch ausreichende Endgeräte und die Industrie war und ist sich bis jetzt noch nicht einig, welcher Übertragungsstandard sich eigentlich durchsetzen wird.
Bis jetzt gibt es eigentlich zwei Übertragungsstandards, die neben UMTS in Deutschland für die Übertragung TV-Sendern über mobile Endgeräte realisiert werden sollen. Zunächst gibt es den so genannten "DMB"-Standard (Digital Multimedia Broadcasting), der über den terrestrische Digital Radio genutzten DAB-Standard realisiert wurde und neben Radio auch die Übertragung von Fernsehprogrammen, Datendiensten und Multimedia-Inhalten ermöglicht. Für DMB sind bereits bundesweit Sendelizenzen ausgeschrieben und der Vorreiter für diesen Dienst ist das Unternehmen "Mobiles Fernsehen Deutschland", die MFD.
Der in Deutschland genannte zweite Standard für mobiles Fernsehen nennt sich DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds). DVB-H ermöglicht die Übertragung von Fernsehkanälen für Mobiltelefone und andere kleine mobile Geräte. DVB-H wird zusammen mit digitalem Antennenfernsehen DVB-T über Antenne ausgesendet und baut auf der Technik von DVB-T auf. Für Video- (MPEG-4/AVC statt MPEG-2) und Audiokodierung (MPEG-4HE-AACv2 statt MPEG-1 Layer 2) werden andere Kodierverfahren als bei DVB-T eingesetzt. DVB-H wird von den vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern favorisiert und hierzu hat es bereits ein gemeinsames Pilotprojekt gegeben. Bisher sind für DVB-H noch keine Sendelizenzen ausgeschrieben und vergeben; die Branchenkenner nennen Realisierungstermine für den Endkunden um Weihnachten 2007.
Als wären diese beiden Standards noch nicht genug, sind in China weitere Standards im Gespräch, die der Mobilfunkindustrie die Wahl und Entscheidung zum Bau entsprechender Endgeräte nicht leichter machen werden. Laut einer Veröffentlichung des IT-Magazins "EETimes" basieren die DMB und DVB-H – Konkurrenten auf Entwicklungen des T-DMB basierenden "Terrestial-Mobile Multimedia Broadcasting (T-MMB)"-Standards und auf den "Satellite and Terrestial Interaction Multimedia"-Standard (STiMi).
Mit DVB-H und DMB, die ebenfalls bereits in chinesischen Städten getestet werden, gibt es nun T-MMB, STiMi und DMB-T/H, ein ebenfalls in China entwickelter Ableger des DMB-Standards. Damit hat China jetzt fünf konkurrierende Mobil-TV-Standards.
Der EETimes zufolge sind von den zwei neuen Mobil-TV-Standards bislang nur wenige technische Einzelheiten bekannt. T-MMB soll vom in Peking ansässigen Software-Unternehmen Nufrontsoft in Kooperation mit der Communication University of China und der Southeast University entwickelt worden sein. Der Standard werde vermutlich mit T-DMB kompatibel sein und in Frequenzbereichen von 30 MHz bis 3 GHz arbeiten.
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