Handystrahlung - Krebshilfe warnt vor Panikmache

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02.02.2007

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Handystrahlung - Krebshilfe warnt vor Panikmache

Handystrahlung - Krebshilfe warnt vor PanikmacheIn der gestrigen Ausgabe der Bild Zeitung titelte das Blatt auf Seite 5: "Krebs-Angst wegen Handystrahlung" und bezieht sich dabei auf eine skandinavische Langzeitstudie, die zu dem Ergebnis kommt, dass intensive und langjährige Nutzung von Handys das Wachstum von bösartigen Hirntumoren fördern kann. (Mobile phone use and risk of glioma in 5 North European countries, Anna Lahkola et al., International Journal of Cancer, DOI 10.1002/ijc.22503).

In der Zusammenfassung meint die Studie, dass das Risiko, einen "Gliom" (bösartigen Gehirntumor) auf der Seite des Kopfes zu bekommen, an der man gewöhnlich das Handy beim Telefonieren hält, um 39 Prozent erhöht ist. Das sei laut Studie allerdings nur dann der Fall, wenn man das Handy länger als zehn Jahre benutzt hat.

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Die Deutsche Krebshilfe meldet sich jetzt zu Wort und meint, die negativen Meldungen über diese Studie seien mehr Panikmache als nachgewiesene Realität. Weiter heißt es: "Auch die Studiendaten aus fünf nordeuropäischen Ländern bringen keine wissenschaftlich haltbaren Beweise."

Beiratsvorsitzende der Krebshilfe, Professor Otmar Wiestler meinte allerdings auch: "Die Entstehungsmechanismen von Hirntumoren sind bis heute weitgehend ungeklärt." Die Langzeitstudie ergab zwar keinen klar bewiesenen Zusammenhang zwischen Handy-Nutzung und Krebsrisiko, Wiestler hält allerdings einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Tumoren des Zentralnervensystems und langjähriger intensiver Handynutzung für möglich.

Betrachtet man die Langzeitstudie genau, so muss man feststellen, dass die Aussagen in dieser Studie mehr auf Vermutungen beruhen, als auf nachgewiesene Tatsachen. In der Langzeitstudie, die von 2002 bis 2006 lief, berufen sich die Forscher auf Risiken, ..."wenn das Handy länger als zehn Jahre genutzt worden ist"... und genau hier liegt das Problem: Die Forscher können gar nicht auf repräsentative Nutzerzahlen aus den vergangenen zehn Jahren zurückgreifen, weil Handys vor 10 - 15 Jahren überwiegend nur von finanziell besser begüterten Menschen benutzt worden sind. Zudem besagen andere Studien, dass die Objektivität der Befragten Personen in ihrem Erinnerungsvermögen je nach Gesundheitszustand beeinflusst war. Während die Mehrheit der kranken Menschen sich an eine erhöhte Handy-Nutzung erinnern wollten, war das angebliche Nutzerverhalten der nicht erkrankten Menschen geringer. Interessant bei diesen Studien war auch, dass das Verhältnis von erkrankten Menschen zu gesunden Menschen in Vergleichsgruppen von Personen, die überhaupt nicht mobil telefoniert hatten, sich nicht von den Mobilfunk-Nutzern unterschieden hat.

Inwieweit die Belastungen durch elektromagnetische Strahlen tatsächlich auf Dauer gesundheitliche Schädigungen mit sich bringen, werden weitere Studien zeigen müssen. Ganz sicher kann es nicht gesund sein, wenn wir permanent Strahlenbelastungen ausgesetzt sind. Bei den Untersuchungen hinsichtlich möglicher Gesundheitsschäden durch elektromagnetische Strahlen sollten daher nicht nur Handys oder Funkmasten berücksichtig werden, sondern auch andere Geräte wie beispielsweise Mikrowellengeräte, schnurlose Telefone, Radios und auch Computer.


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