
Schon im September vergangenen Jahres prophezeite die britische Unternehmensberatung '
Informa Telecoms an Media', dass die Werbezukunft schwerpunktmäßig bei den Mobilfunkgeräten liegt und der Industrie Milliardenumsätze bescheren wird. Seinerzeit hieß es, die Umsätze würden von (damals) 4,4 Millionen US-Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre auf gut 11,3 Milliarden US-Dollar ansteigen können.
Zwischenzeitlich hat die Industrie erkannt, dass keine Werbefläche näher am Endverbraucher ist, als das Mobilfunkgerät und mehr und mehr rüstet sich die Mobilfunkindustrie, um dieses Potential zu nutzen. Egal ob mit
SMS-Texten oder Internet-Anzeigen am
Handy-
Display, die Mobilfunkkonzerne kündigen an, zukünftig verstärkt auf Werbebotschaften übers Handy setzen zu wollen.
In England und den USA bieten bereits jetzt einzelne Mobilfunkkonzerne
Tarife für junge Kunden an, die komplett durch Werbung finanziert werden. In Anbetracht der zumeist sehr schmalen Kasse der jungen Endverbraucher, erhalten diese für Werbebotschaften beispielsweise Frei-SMS oder Gratis-Minuten zum Telefonieren. Das einzige, worauf sich der Jugendliche einlassen muss, ist die Bekanntgabe eines umfangreichen Nutzerprofils, damit die Mobilfunkindustrie entsprechend individuell auf den Endverbraucher eingehen kann.
Auch in Deutschland rüsten sich die Mobilfunkanbieter für diese Werbeform. So meinte beispielsweise
E-Plus-Chef Thorsten Dirks am Rande der Handelsblatt Jahrestagung 'Telekommmarkt Europa' (Mitte dieses Monats), "Der Mobilfunk ist -DIE- perfekte Werbeplattform. Niemand ist dem Kunden rund um die Uhr so nahe, wie das Mobilfunktelefon." Man habe bereits einiges getestet, und die Resonanz sei 'sehr viel versprechend'. Auch die
T-Mobile will noch in diesem Jahr ein umfangreiches Werbekonzept vorstellen und
Vodafone soll bereits dabei sein, eine ganze Abteilung für diesen Bereich einzurichten. "Das Handy ist neben Schlüssel und Portemonnaie immer dabei", sagt T-Mobile-Sprecherin Ramona Stahl. Das biete für die Werbung großes Potenzial.
Es gibt allerdings auch Stimmen die auf Besinnlichkeit mahnen: "Man muss aufpassen, dass man den Kunden nicht belästigt. Eine Welle von Werbe-SMS oder störende Sprachbotschaften zum falschen Zeitpunkt könnten Kunden schnell vergraulen", meinte beispielsweise Guido Heitmann von
E-Plus. Auch Patrick von Braunmühl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen mahnt: "Verbraucher sind oft sehr leichtsinnig darin, ihre Daten für kleine 'Belohnungen' weiterzugeben und nachher wundern sich viele, welche Ausmaße die Werbung angenommen hat."
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Rubrik: Handy Tarife