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06.07.2007

Sonstige Meldungen

Bundesliga - TV-Sender 'Arena' finanziell am Ende?

Bundesliga - TV-Sender 'Arena' finanziell am Ende?Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ist der Rechte-Inhaber für die Fußball-Bundesliga-Live-Übertragungen, 'arena' "... praktisch tot ..." . Laut Zeitung wird arena die Pay-TV-Rechte wahrscheinlich an den langjährigen Rechte-Inhaber 'Premiere' weitergeben. Die Süddeutsche beruft sich bei ihrer Meldung auf "... Informationen aus mehreren Quellen der Branche ..." .

Im Dezember 2005 hatte die, bis dahin völlig unbekannte Firma, 'arena Sport Rechte und Marketing GmbH', den Zuschlag für die Übertragungslizenz der Deutschen Bundesliga für die nächsten drei Jahre erhalten und gleichzeitig den Konkurrenten und Pay-TV-Sender Premiere auf die Reservebank geschickt.

Es stellte sich heraus, dass hinter der 'arena Sport Rechte und Marketing GmbH' der Kabelnetzbetreiber 'UnityMedia' steckt und dass 'UnityMedia' eigentlich zusammen mit dem größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland, 'Kabel Deutschland' eine Bietergemeinschaft für die Rechte gebildet und in dieser Funktion auch ein Gebot um die Lizenzrechte abgegeben hatte. Kurz vor Verkündung der Vergabe der Rechte durch die DFL hatten sich UnityMedia und Kabel Deutschland aber zerstritten; Kabel Deutschland stieg aus dem Projekt aus und die UnityMedia sah sich plötzlich mit den Lizenzrechten konfrontiert.

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Im Alleingang wurde dann eine Sportredaktion aus dem Boden gestampft und parallel wurde fieberhaft daran gearbeitet, dass die arena Sport Rechte und Marketing GmbH überhaupt die geforderte Mindestabdeckung der deutschen Haushalte für die Übertragung der Fußball Bundesliga gewährleisten konnte. Bis dahin konnte die arena-Mutter lediglich gut sieben Millionen Haushalte in Deutschland abdecken, die von den UnityMedia-Töchtern 'ish', 'iesy' und 'Tele Columbus' versorgt werden konnten. Da Kabel Deutschland plötzlich aus dem Projekt ausgestiegen war, fehlten alleine aus dem Konzern gut 10 Millionen Haushalte und so begann ein 'Klinkenputzen über die Dörfer', wobei dann über 100 regionalen Stadtnetzbetreiber verpflichtet werden konnten. Auch das reichte nicht und so wurde dann letztlich Premiere doch wieder mit ins Boot geholt.

Nach nur einer Saison Bundesliga ist arena nun am Ende, so die Branchengerüchte laut Süddeutsche Zeitung. Insgesamt zählte das Unternehmen zuletzt gut 1,1 Millionen Abonnenten (743.500 Kabel- und 352.700 Satelliten-Kunden). Schätzungen zufolge benötigt der Sender aber gut 2,5 Millionen Kunden, damit das Projekt überhaupt in die Gewinnzone kommen kann.

Hinter den Kulissen müssen die Verantwortlichen schon länger an einer Lösung des Problems gearbeitet haben und plötzlich hieß es, Premiere hätte die Satelliten-Vermarktung für arena gestoppt. Der Grund hierfür war nicht, dass die beiden Pay-TV-Sender sich eventuell zu uneinig gewesen wären, nein, die Kartellbehörde hatte Einwände um die geplante Verschmelzung beider Unternehmen. Ein Kooperationsvertrag sah nämlich vor, dass Premiere das Bundesliga-Angebot von Arena in ganz Deutschland über Satellit verbreiten kann. Im Gegenzug wollte arena durch eine Kapitalerhöhung insgesamt 16,7 Prozent der Premiere-Anteile übernehmen. Mit dieser Vereinbarung war aber das Bundeskartellamt nicht einverstanden und seither arbeitete man an einer Lösung des Problems, allerdings bisher ohne Ergebnis.

Die Welt berichtet, Premiere soll bereit sein, für die Pay-TV-Rechte an der Bundesliga eine Summe im dreistelligen Millionenbereich zu zahlen, die deutlich über dem 2005 zwischen Arena und der Deutschen Fußball-Liga vereinbarten Rechtepreis liegen würde (die UnityMedia zahlt pro Saison gut 220 Millionen Euro an die Deutsche Fußball Liga).

Laut dem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll die DFL mit einer Übertragung der Pay-TV-Rechte von arena an Premiere einverstanden sein. Auch soll arena die Satelliten-Plattform mit rund 340.000 Kunden weiter fortführen dürfen. Die Süddeutsche zitiert den Präsidenten des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer der meinte: er gehe davon aus, dass der Fall "...Mitte Juli entschieden werde ...".

Die UnityMedia hatte Ende Mai vermeldet, dass die arena Sport Rechte und Marketing GmbH im ersten Quartal 2007 einen Verlust in Höhe von 73,4 Millionen Euro eingefahren habe.

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