
Die Finanz-Nachrichten-Agentur dpa-AFX will erfahren haben, dass die spanische Telefonica Interesse an die freenet AG zeigt. Die dpa-AFX beruft sich bei ihrer Meldung auf Informationen aus Branchenkreisen, ohne die genaue Quelle zu nennen. Es heißt, die Telefonica habe Kontakt mit der Investmentbank 'Morgan Stanley' aufgenommen, die mit der Suche nach potentiellen Käufern des freenet-Unternehmens beauftragt wurde.
Weiter heißt es, die Telefonica zeige vor allem Interesse an die freenet-Festnetzsparte, sei aber auch nicht abgeneigt, die freenet AG komplett zu übernehmen. Die freenet-AG ist im Bereich Webhosting,
DSL und Mobilfunk tätig. Die Mobilfunksparte (ehemalig mobilcom) müsste dann allerdings wieder verkauft werden, weil die Telefonica mit O2-Germany bereits mit dem viertgrößten Mobilfunknetz in Deutschland präsent ist. Die Mobilfunksparte von freenet ist als Mobilfunk-Service-
Provider tätig und vertreibt Mobilfunkverträge in alle vier Mobilfunknetze, also T-Mobile, Vodafone, E-Plus und auch O2-Germany.
Im Bereich
Festnetz und Internet-Zugänge ist die Telefonica in Deutschland ebenfalls präsent, allerdings versorgen die Spanier mit ihrem Netz vor allem Großkunden wie freenet, 1und1, HanseNet oder auch Tele2. Mit dem Einstieg ins Privatkundengeschäft für Internet-Breitbandanschlüsse will die Telefonica seine Aktivitäten in Deutschland stärken.
Die freenet-AG hatte vor kurzem erst mit dem Mobilfunk-Service-Provider 'mobilcom' fusioniert; bis zur endgültigen Verschmelzung strichen allerdings mehr als eineinhalb Jahre ins Land. Der Grund für die Verzögerung waren insgesamt 27 Einzelklagen von Kleinaktionären, die mit der Fusion nicht einverstanden waren. Der langwierige Vergleichsprozess kostete freenet dann gut 6 Millionen Euro. Parallel zu dieser Entwicklung kaufte die Drillisch AG mehr und mehr Aktienanteile von mobilcom und freenet und hat sich zwischenzeitlich dadurch zum größten freenet-Aktionär (27 Prozent) erhoben. Vor allem die Drillisch AG fordert nun eine Zerschlagung des freenet-Unternehmens, um seinerseits dann mit der Mobilfunksparte fusionieren zu können.
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