
Die WirtschaftsWoche meldet, dass der Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA), Matthias Kurth, den alternativen
Festnetz-Netzbetreibern empfiehlt, mehr Geld in den Aufbau eigener Glasfasernetze zu investieren. Gegenüber der WirtschaftsWoche meinte Kurth: "In den Ballungszentren müsse ein echter Infrastrukturwettbewerb mit mehreren Alternativen entstehen".
Bis dato hat von den großen
DSL-Providern nur die Deutsche Telekom signalisiert, mehr als drei Milliarden Euro in High-Speed-Netzen (VDSL) zu investieren. Einige deutsche Großstädte sind bereits ausgestattet, andere Netze (für insgesamt 50 deutsche Städte) sind im Bau bzw. sollen folgen. Auf Drängen der Telekom und mit Fürsprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde im neuen Telekommunikationsgesetz sogar ein Passus aufgenommen, der der Telekom zusichert, das Netz für eine bestimmte Zeit gegenüber der Konkurrenz nicht öffnen zu müssen.
Kurth erwartet nun klare Signale von der Telekom-Konkurrenz, wie sie den Glasfaserausbau gestalten wollen. In diesem Zusammenhang nennt er Beispiele wie beispielsweise die Regionalbetreiber 'Netcologne' in Köln oder 'Martens' in Hamburg. Wörtlich meint Kurth: "Wir als Regulierer müssen darauf achten, dass mehrere, gut ausgebaute Auffahrten zur weltweiten Datenautobahn entstehen. Ich möchte nicht, dass wir aufgrund neuer Technologien am Ende weniger statt mehr Auswahl an Infrastruktur haben."
Der Bundesnetzagentur ist wichtig, so Kurth, dass die Bandbreite bei einem DSL-Anschluss nicht für alle Zeit auf 20 MBit/s stehen bleibt und kleinere Netzbetreiber seien bereits auf einen guten Weg. So würde Netcologne bereits eigene Glasfaserleitungen mit einer Bandbreite von bis zu 100 MBit/s bis in die Keller ihrer Kunden verlegen; Martens in Hamburg führt jetzt Glasfaserleitungen mit bis zu 300 MBit/s als symmetrische Verbindungen ein und stellt Leitungen mit bis zu -einem- Gigabit/s in Aussicht.
"Solche Projekte wollen wir regulatorisch begünstigen, andernfalls fallen wir in eine Monopolwelt zurück", meint Kurth weiter. "Wer bessere Qualität bei der Übertragung bereitstellt, kann dafür auch höhere Entgelte fordern", meint Kurth.
Auf dem Land sollte es nach Einschätzung des Chef-Regulierers nur ein einziges Glasfasernetz geben, das von allen Anbietern genutzt werde. "Volkswirtschaftlich wäre ein Infrastruktursharing hier jedenfalls sehr sinnvoll", so der Kurth.
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Rubrik: DSL-Tarif Infos