
Aus einem Bericht der 'Financial Times Deutschland' (FTD) geht hervor, dass der deutsche Mobilfunk-Service-
Provider 'Drillisch' beabsichtigt, weitere Anteile an der freenet-AG zu erwerben. Hierzu will das Unternehmen rund 17,4 Millionen weitere Drillisch-Aktien ausgeben, die dann ein flüssiges Kapital von gut 130 Millionen Euro versprechen. Wie hoch der Ausgabewert je Aktie sein wird, soll am 20. November bekannt gegeben werden.
Drillisch-Chef Paschalis Choulidis verspricht sich mit dem Zukauf weiterer freenet-Aktien vornehmlich einen höheren Steuervorteil aus den (noch) vorhandenen Verlustvorträgen der mobilcom-AG, die durch eine freenet-Fusion Teil des freenet-Konzerns geworden ist. Die mobilcom hatte im Jahr 2000 gut acht Milliarden Euro für eine
UMTS-Lizenz zahlen müssen, die dann aber nicht monetarisiert werden konnten, weil das Unternehmen kein eigenes UMTS-Netz aufgebaut hat und somit die Lizenz letztlich verfallen ist. Hieraus kann die mobilcom für das Jahr 2007 noch gut zwei Milliarden Euro an Verlustvorträgen geltend machen und von diesem "Steuerkuchen" möchte Choulidis ein ordentliches Stück ab haben.
In der jüngeren Vergangenheit hatte sich die Drillisch-AG mit der United-Internet-AG zusammengetan, um die freenet-AG zu komplett zu übernehmen, und um sie dann zu zerschlagen. Wie es in den Medien hieß, möchte die Drillisch-AG gerne den Mobilfunkbereich um "mobilcom" und die United-Internet den
DSL-Festnetzbereich haben. Die Webhosting-Sparte "Strato" sollte verkauft werden, um somit das Gesamtpakte teilweise zu finanzieren.
Die Drillisch-AG und die United-Internet-AG hatten eigens für den Kauf des freenet-Unternehmens eine gemeinsame
Holding (MSP) gegründet, in der Drillisch seine
freenet-Anteile (28,56 Prozent) und die United-Internet ein Barvermögen von gut 151 Millionen Euro eingebracht haben. Letztlich reichte das Vermögen der MSP dann nicht aus, um die freenet-Übernahme zu initiieren und seither gehen die Holding-Partner wieder eigene Wege, um ihre Vorhaben zu realisieren. Die Holding aber bleibt bestehen, um potentielle Konkurrenten abzuschrecken.
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Rubrik: Provider News