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14.11.2007

Sonstige Meldungen

T-Mobile iPhone oder Vodafone Qbowl?

T-Mobile iPhone oder Vodafone Qbowl?Lange hat es gedauert und endlich ist es da, das Apple-iPhone-Handy. Zeitgleich hat Vodafone ein Konkurrenz-Produkt auf den Markt gebracht, das aber in dem ganzen iPhone-Wirrwarr mehr oder weniger unter gegangen ist. Das iPhone-konkurrierende Vodafone-Produkt kommt vom koreanischen Hersteller Samsung, ist eigentlich das Handy "F700" und nennt sich bei Vodafone "Qbowl".

In diesem Artikel wollen wir einmal versuchen, beide Geräte, oder besser: beide Pakete miteinander zu vergleichen. In dem Vergleich soll es nicht darum gehen, wer den "Schönsten", "Besten" und "Größten" hat, sondern, welches Produkt für den deutschen Markt am attraktivsten ist.

Zunächst ist einmal festzustellen, dass beide Handys zum Preis von 399 Euro angeboten werden und beide Provider dem Kunden das starke "D"-Netz bieten, die sich in der Flächenversorgung wenig unterscheiden. Zu beiden Geräten gibt es gekoppelte Mobilfunk-Tarife, Vodafone mit 39,95 und 99,95 zwei Tarife, T-Mobile mit 49, 69 und 89 Euro drei Tarife. Damit -leider- hören die Gemeinsamkeiten im Vergleich aber auch schon auf.

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Das Apple-iPhone ist unbestritten ein formschönes Gerät und die Finger-Tip-Bedienung wirkt innovativ und elegant. Auch das Format mit gerade einmal 11,5 x 6,6 x 1,2 Zentimeter und die glasbeschichtete Oberfläche machen das Gerät schon äußerlich zum "Ferrari" unter den Handys.

Leider aber folgt nun die unerträgliche "Würgekralle" des US-amerikanischen Herstellers "Appel", deren Auswüchse so gar nichts von der in Amerika immer propagierten "Freiheit" zu tun haben: Der Kaufpreis liegt unumstößlich bei 399 Euro. Das iPhone kann ausschließlich nur über T-Mobile genutzt werden, selbst nach Ablauf von zwei Jahren wird die Zwangsnutzung mit T-Mobile nicht aufgehoben. Die individuelle Einstellung des Gerätes mit Anwendungen, die Apple nicht bietet, sind verboten. Jede Änderung wird mit jedem neuen Update rigoros zunichte gemacht, ja das Handy wird sogar für die Original-SIM-Karte gesperrt. Jeder iPhone-Käufer hat sich über die iTunes-Plattform gegenüber von Apple zu "entblößen" und persönliche Angaben zu seiner Person zu machen. Jeder iPhone-Käufer hat vor Kauf zu akzeptieren, dass die T-Mobile bei gleich vier Institutionen (wie Schufa) Informationen über die eigene Kreditwürdigkeit einholen darf.

Und was bekommt man für diese Bevormundung des eigentlich eigenen Eigentums? Ein "Proz-Handy" mit einigem "Schnickschnack", das für das normale Alltagsgeschäft wenig taugt, dafür aber in den Folgekosten sehr hoch ist.

Das iPhone kann nur mit einer Maximalgeschwindigkeit von 220 KBit/s ins Internet. Das Gerät ist nur für GPRS oder EDGE ausgelegt, UMTS oder gar HSDPA sind nicht vorgesehen. Die vermeintliche Stärke des iPhones, nämlich die permanente Synchronisation des E-Mail-Kontos mutiert auch schnell zur Achillesferse, denn unweigerlich zieht das Gerät sämtliche Mails einschließlich aller anhängenden Dateien. Ein Geschäftsmann, der sich zur Präsentation mal "kurz" Bild-Dateien zusenden lassen möchte, kann seine Gesprächspartner bei einer 5-MB-Datei und nur EDGE zunächst zum Kaffee einladen und wird unter Umständen später noch mit einem "Flaschenhals" von maximal 64 KBit/s bestraft, weil der Provider ihn als Power-User einstuft.

Eine Adresse aus der E-Mail "ausschneiden" geht nicht, ebenso wenig die Suche nach Teildaten. Word- und Excel-Dateien in der E-Mail lassen sich betrachten, aber nicht bearbeiten, speichern oder gar via Bluetooth an ein anderes Gerät verschicken. Der Empfang von Kontakt- oder Kalenderdaten via Bluetooth von einem anderen Gerät ist ebenfalls nicht möglich. Eine Sprachwahl gibt es so wenig wie Voice-over-IP-Telefonate oder verschiedene Profile mit Klingeltönen belegen lassen. Eine Blackberry-Software fehlt; ebenso ist auch die Synchronisation mit einem Exchange-Server nicht möglich.

Selbst wer das iPhone dann wirklich für private Zwecke nutzen möchte und sich für Multimedia-Dienste interessiert muss feststellen, dass ohne Apple gar nichts läuft. Das System ist hermetisch abgeschlossen und lässt nur Audio- oder Videoformate zu, die von Apple kommen. Gängige Internetformate wie Divx oder MPEG 1 und 2 lassen sich nicht abspielen, Flash, Realvideo und Windows-Media bleiben außen vor.

Leider ist die Palette der NICHT machbaren Möglichkeiten noch nicht vorbei, es bleibt uns nicht erspart zu erwähnen, dass sich Inhalte weder mit Bluetooth noch mit einem USB-Kabel auf die 8-Gigabyte große Festplatte bringen lassen, sondern ausschließlich nur über iThunes. Wer mehr als 8 Gigabyte Daten speichern möchte, muss sich ein anderes Gerät suchen, denn die integrierte Festplatte lässt sich nicht mit Speicherkarten erweitern.

Auch in der Anwendung ist das iPhone mit seinen schön anzusehenden Animationen und toll designten Grafiken schwer zu handhaben. Das Gerät bietet eine virtuelle Tastatur für schmale Finger, allerdings ohne Umlaute. Wer in seinen Texten Umlaute einfügen möchte, der muss dazu jeweils ein spezielles Menü öffnen. Und zum Schluss: Spätestens nach zwei Jahren, wenn der Akku an Leistung verliert wird die Abhängigkeit von Apple wieder deutlich, -DANN- nämlich ist das iPhone-Handy an den Apple-Service-Dienst zu schicken, weil die Energiezelle nur vom Hersteller ausgetauscht werden kann.

Vodafone Qbowl:

Unabhängig von den Anwendungsmöglichkeiten ist zunächst einmal festzustellen, dass das Qbowl >>NICHT<< zwangsläufig in Kombination mit dem Mobilfunk-Netzbetreiber Vodafone genutzt werden muss und >>NICHT<< zwingend an einen ganz bestimmten Mobilfunk-Vertrag gebunden ist. Es ist zwar richtig, dass Vodafone zu dem Qbowl zwei Mobilfunk-Tarife (Sprach- und Daten-Flatrates) anbietet, die ausschließlich nur dann buchbar sind, wenn der Kunde auch ein Qbowl kauft, doch das Qbowl kann er auch bekommen, wenn er auf die zwei angebotenen Flatrates verzichten kann.

Ein zweites großes Plus gegenüber dem iPhone-Handy ist seine Datengeschwindigkeit im Internet. Während das iPhone-Handy mit GPRS oder EDGE nicht über maximal 220 Kilobit/s hinaus kommt, schafft das Samsung Qbowl locker 7,2 Megabit/s (sofern ein entsprechendes UMTS-HSDPA-Netz verfügbar ist).

Ein drittes großes Plus ist die vorhandene physikalische QWERTZ-Tastatur im Hintergrund des Gerätes. Sowohl das iPhone-Handy als auch das Samsung-Qbowl sind letztlich mobile Kommunikationsgeräte, mit denen der durchschnittliche deutsche Anwender nicht spielen, sondern arbeiten möchte und virtuelle Tastaturen (wie beim iPhone) haben sich auch nicht bei PC-Tastaturen durchsetzen können.

Ein viertes großes Plus gegenüber dem iPhone-Handy sind all die praktischen Funktionalitäten, die der koreanische Handy-Hersteller dem Qbowl mitgegeben hat und die das iPhone schmerzlich vermissen lässt. Samsung bietet dem Kunden alle Möglichkeiten, die technisch machbar sind und so kommt der Kunde gar nicht auf die Idee zu denken, er hätte für viel Geld ein Luxusgut gekauft, mit dem man vergleichbar wenig anfangen kann. Qbowl-Firmware-Updates werden nicht das Ziel haben, den Nutzer wieder einzuschränken (wie beim Apple-iPhone geschehen), sondern ihm weitere wertvolle Features mit auf dem Weg zu geben.

Ein fünftes großes Plus gegenüber dem iPhone-Handy ist einfach auch das Geld. Selbst wenn der Vodafone-Kunde das Samsung Qbowl in Kombination mit der dafür angebotenen Flatrate bucht, liegt er nach 24 Monaten mit 1.382,75 Euro gut 200 Euro unter dem Preis des kleinsten iPhone-Vertrages und hat zusätzlich noch wesentlich mehr Freiheiten (keine Einschränkung der Minutenpreise, keine Einschränkung beim Traffic ins mobile Internet, 29 Cent/Minute in andere Netze anstatt 39 Cent/Minute beim iPhone).

Fazit:

Selbst anerkannte Institutionen wie die Stiftung Warentest betiteln das iPhone als ein "Gerät für Liebhaber". Mag das Samsung Qbowl in Deutschland vielleicht auch noch nicht so bekannt sein wie das Apple-iPhone, ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent ist das Qbowl aber allemal.


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