
Die Studienreihe "JIM" (Jugend, Information >Multi<Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ermittelt seit 1998 das Medien- und Freizeitverhalten der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren in Deutschland. In der diesjährigen Studie kommen die Analysten zu dem Ergebnis, dass immer mehr Jugendliche Gewaltdarstellungen und Pornos erst durch ihre Mobilfunkgeräte kennen lernen und die enorme Verbreitung solcher Geräte mit den immer besser werdenden technischen Ausstattungen den fortschreitenden Missbrauch erst fördern.
Die vorgelegte Studie besagt, dass von 1.200 befragten Jugendlichen bereits 94 Prozent ein
Handy besaßen. 29 Prozent dieser Befragten hätten bereits erlebt, dass jemand eine Schlägerei mit dem Handy gefilmt hat (Im Vergleich zu 2006 bedeutet dies fast eine Verdoppelung (2006 = 17 Prozent) der jugendlichen Erfahrungen). Weiter heißt es, "jeder dritte Junge und jedes vierte Mädchen sei bereits mit dem als 'happy slapping' bekannten Phänomen in Berührung gekommen. Ein Drittel der jugendlichen Handy-Besitzer hätten bereits im Freundeskreis den Austausch solcher Filme, aber auch Filme mit pornografischen Inhalten, mitbekommen.
Zwei Drittel aller Handys von Jugendlichen seien mit einer so genannten
Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet und 75 Prozent aller Jugendlichen können mit ihrem Handy ins Internet gehen. Die gleiche Anzahl an Handys besitzen eine integrierte Kamera. Deshalb heißt es auch im Resümee der Analysten: Die gute technische Ausstattung heutiger Mobilfunkgeräte begünstigen den Datenaustausch und somit das Problem mit Pornografie und Gewaltdarstellungen unter Jugendlichen. "Die Ergebnisse bestärken uns, hier weiter in die Forschung zu investieren und das Handy als wichtiges Jugendschutzthema zu begreifen", sagte Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist ein Projekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Die JIM-Studie wurde zusammen mit der Medienforschung des Südwestrundfunks (SWR) erstellt.
Happy Slapping
Happy Slapping (engl. fröhliches Schlagen) bezeichnet einen grundlosen Angriff auf meist unbekannte Personen. Diese Gewalttat wird mit einem Fotohandy aufgezeichnet und die Aufnahmen werden anschließend im Internet veröffentlicht. Teilweise sind die Gewalttaten inszeniert, um sie zu filmen und anschließend verbreiten zu können.
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Rubrik: Sonstige Meldungen