freenet-Aufsichtsrat gibt ‘Grünes Licht’ für debitel-Kauf
Sieben Stunden tagte der freenet-Aufsichtsrat am gestrigen Freitag, um eine Entscheidung über den umstrittenen Milliarden-Deal zum Kauf der debitel-Gruppe zu finden. Am Ende waren sich die Aufsichtsratmitglieder einig; freenet-Chef Eckhard Spoerr erhält den Auftrag, die debitel-Gruppe zu kaufen und die Verträge mit dem debitel-Eigner ‘Permira’ sowie mit den beteiligten Banken möglichst schnell zum Abschluss zu bringen.
In der nun ablaufenden Woche hatte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth mit immer schärfer werdenden Briefen versucht, freenet-Chef Spoerr zu einer Abkehr des debitel-Deals zu bewegen und endlich in konkretere Verhandlungen mit der Unitet-Internet / Drillisch – Gemeinschaft zu treten. Spoerr aber scheint sich nicht auf die United-Internet Offerte einlassen zu wollen, obwohl Dommermuth sein Kaufangebot pro Aktie von 12,80 Euro auf 14,00 Euro erhöht hatte. Um weiterhin im "Rennen" zu bleiben, müsste Dommermuth sein Angebot sicher drastisch erhöhen und zwar ohne die zuvor geforderten Finanzkennzahlen von freenet eingesehen zu haben.
Sofern es tatsächlich zum Kauf-Abschluss mit Permira kommt, katapultiert Eckhard Spoerr die freenet-AG mit einem Schlag zum drittgrößten Mobilfunk-Anbieter in Deutschland. Nur die T-Mobile und Vodafone betreuen dann noch mehr Mobilfunkkunden als die (dann) neue freenet AG.
Laut einer Meldung des Nachrichtenmagazins ‘FOCUS‘ geht es beim debitel-Kauf um eine Gesamt-Finanzierungssumme in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, 1,1 Milliarden Euro davon sind Schulden. Finanziert werden soll der größe Teil des debitel-Deals zunächst über die Ausgabe der 32 Millionen neuen freenet-Aktien, die direkt an Permira gehen und mit 400 Millionen Euro bewertet werden. Dann will freenet die ausgegliederte DSL-Sparte verkaufen, wobei sich die Hamburger einen Erlös zwischen 400 und 600 Millionen Euro versprechen. Daneben gewährt Permira Freenet ein Verkäuferdarlehen in Höhe von etwa 100 Millionen Euro.
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