
Wie bereits mehrfach berichtet, beabsichtigt der deutsche Internet-Dienstleister freenet, die Debitel-Gruppe zu kaufen. Man sei sich vom Grundsatz her mit dem debitel-Haupteigner 'Permira', sowie mit den Banken handelseinig und auch der freenet-Aufsichtsrat habe bereits '
Grünes Licht' für einen Kaufabschluss gegeben, hieß es am Wochenende. Um den Deal perfekt zu machen, stünden nur noch 'kleinere Einzelfragen' aus, die zunächst noch geklärt werden müssten, so weiter in den Berichten am Wochenende.
Zu den noch zu klärenden 'Einzelfragen' gehören unter anderem auch die Genehmigungen der vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber, denn die (dann) große freenet würde als Mobilfunk-Service-Betreiber mit (dann) gut 19 Millionen Kunden, die Netze der Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2-Germany nutzen müssen.
Hierbei gibt es scheinbar einige Bedenken der zwei größten Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone, denn diese befürchten im Falle eines Zusammenschlusses Einnahmeausfälle und fordern zur Vorbeugung Sicherheiten, so eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die freenet in sich ist zwar schuldenfrei, doch mit dem Kauf der debitel-Gruppe würden die Hamburger auch gut 1,1 Milliarden Verbindlichkeiten übernehmen und auch der bisherige debitel-Eigner hatte zuvor für erhebliche Bürgschaften zeichnen müssen.
Immer noch nicht ganz aus dem Rennen ist damit der freenet-Großaktionär, die 'MSP Holding GmbH', mit insgesamt 25,24 Prozent freenet-Aktien, hinter der die United-Internet AG und die Drillisch AG zu gleichen Teilen stehen. Diese Interessengemeinschaft möchte nämlich selber die freenet AG übernehmen, um sich dann das Geschäft aufzuteilen. Dabei stünde eine debitel-Übernahme im Wege, denn dann ließe sich das Gesamtpaket nicht mehr finanzieren.
Auch die United-Internet hatte in einem Brief an freenet-Chef Eckhard Spoerr argumentiert, eine debitel-Übernahme würde aufgrund der Schulden erhebliche Sicherheiten in der Größenordnung von "... mehreren hundert Millionen Euro ..." nach sich ziehen und hierdurch würden durch Bürgschaftsgebühren erhebliche Kosten entstehen. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth schloss deshalb nicht aus, im Falle einer debitel-Übernahme unter Umständen "... auch persönliche Ansprüche gegen die handelnden (freenet)-Organmitglieder ..." durchsetzen zu wollen.
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