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13.05.2008

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Drillisch-Vorwurf - freenet verschleppt Hauptversammlung bewusst

Drillisch-Vorwurf - freenet verschleppt Hauptversammlung bewusstSeit Monaten gibt es immer wieder Schlagzeilen über die freenet AG, wobei es hauptsächlich um die Firmenpolitik des Unternehmens und um eine mögliche Neuausrichtung des Konzerns geht. Vor gut eineinhalb Jahren ging es darum, dass der ehemalige Internet-Dienstleister und DSL-Provider den Mobilfunk-Service-Provider 'mobilcom' integrieren wollte und dann letztendlich auch hat, aber eine Hürde von insgesamt 27 Einzelklagen der Aktionäre zu überwinden hatte.

Bereits während der freenet - mobilcom Querelen trat dann der Mobilfunk-Service-Provider, die Drillisch AG auf den Plan, der einerseits das freenet-mobilcom-Geschäft verhindern, andererseits selber gerne mit dem Konkurrenten mobilcom fusionieren wollte. Hierbei ging es um Verlustvorträge der mobilcom in Milliardenhöhe, von der die Drillisch AG gerne hätte partizipieren wollen.

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Nach der vollzogenen Fusion zwischen freenet und mobilcom schloss sich die Drillisch AG kurzerhand mit der United-Internet AG zusammen, gründete eine gemeinsame Holding (MSG) und kaufte sich mit dieser Holding mit 25,1 Prozent bei der freenet AG ein. Unter der Einflussnahme der neuen Miteigentümer sollte die freenet AG dann wieder zerteilt werden, wobei die Drillisch AG die Mobilfunk-Sparte und die United-Internet AG die Festnetzsparte bekommen sollte. Diese Verhandlungen zogen sich ohne Ergebnis bis Ende des Jahres 2007, wurden dann aber durch freenet-Chef Eckhard Spoerr abgebrochen; die potentiellen Kaufinteressenten waren bis dahin nicht über eine Interessenbekundung hinaus gekommen.

Anfang 2008 signalisierte die freenet, man werde die DSL-Festnetzsparte abspalten, sie verkaufen und sich im Bereich Mobilfunk und Internet-Dienstleisungen neu ausrichten. Kurze Zeit später hieß es, die freenet AG will die debitel-Gruppe (debitel, TALKLINE und Callmobile) kaufen, was letztlich auch vor gut zwei Wochen geschehen ist.

Während der freenet-debitel-Verhandlungen attackierte zunächst United-Internet-Chef Ralph Dommermuth immer wieder den freenet-Chef Spoerr, um den Milliardenkauf doch noch zu verhindern. Hierbei drohte er mit möglichen Schadensersatzansprüchen, an am Kauf beteiligte Personen und initiierte nach Vertragsabschluss eine Einstweilige Verfügung, um die Ausgabe von weiteren freenet Aktien (32 Millionen), die zum Teilkauf der debitel-Gruppe bestimmt sind, zu verhindern.

Nun tritt auch noch die ungeliebte freenet-Braut "Drillisch" auf den Plan: Heute meldet die Financial Times Deutschland (FTD), der Drillisch-Chef Paschalis Choulidis wirft Eckhard Spoerr vor, die fällige Aktionärs-Hauptversammlung bewusst zu verschleppen. Nach den Bestimmungen des Aktienrechts muss ein Unternehmen innerhalb von zwei Wochen nach Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat alle Aktionäre zur Hauptversammlung einladen und die Zahlen seien bereits Anfang März vom Aufsichtsrat bestätigt worden. Die Drillisch AG will jetzt in die Offensive gehen und die Aktionäre zur freenet-Hauptversammlung selbst einladen.

Die FTD schreibt, Hintergrund dieser Aktion sei es, den debitel-Deal doch noch zu verhindern. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Hauptversammlung noch vor der Genehmigung der debitel-Übernahme, durch das Kartellamt, durchgeführt wird und der bisherige Eigner Permira durch neue freenet-Aktien noch nicht bezahlt ist.


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