Mobilfunkstrahlen – Zweifel an Unabhängigkeit der Studie
Am gestrigen Dienstag hatte der Bundesumweltminister ‘Sigmar Gabriel’ das Gesamtergebnis aus dem Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) vorgestellt. In diesem Forschungsprogramm waren seit 2002 mehr als 50 verschiedene Untersuchungen in Hinblick "Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlen auf den Menschen" durchgeführt worden.
Im Gesamtergebnis hieß es, nach den bisherigen Erkenntnissen gehen keine erhöhten Risiken durch Mobilfunkstrahlen auf den Menschen über. Zwar seien in Einzelfällen Veränderungen in den Genstrukturen festgestellt worden, doch hätten diese Einzelfälle keinen nennenswerten Einfluss auf das Gesamtergebnis. Mobilfunkstrahlen sind für den erwachsenen Menschen gänzlich unbedenklich heißt es im Resümee. Die einzigen Einschränkungen, gäbe es für Kinder und Jugendliche. Da die Mobilfunktechnik erst wenige Jahre von der Gesamtbevölkerung genutzt wird, fehlen Langzeittests. Die Ergebnisse der bisherigen Testreihen beruhen auf Tests im Zeitraum von unter zehn Jahren, und hierbei sei noch nicht abzuschätzen, wie sich Mobilfunkstrahlen auf Kinder und Jugendliche auswirken, die mit dieser Technik aufwachsen.
Kurz nach der Veröffentlichung der Gesamtergebnisse, meldeten sich Kritiker, die die Ergebnisse der Studien anzweifeln. Das Forschungsprogramm wurde nämlich jeweils mit 8,5 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium und den Mobilfunk-Netzbetreibern finanziert.
Strahlenschutzexperte Horst Meierhofer (FDP-Bundestagsfraktion) meinte, ein erster Schritt zu mehr Fakten und weniger Hysterie sei durch den positiven Bericht jetzt zwar gemacht worden, doch dürften weitere Forschungen nicht zu einer Art "Ablasshandel" für die Mobilfunkindustrie verkommen. Meierhofer sprach sich dafür aus, von den Förderungen der Mobilfunkindustrie wegzukommen und dafür den Bund mehr in die Pflicht zu nehmen. Bundesumweltminister Gabriel will die Forschung zwar fortsetzen, doch zukünftig nur mit etwa 500.000 Euro jährlich fördern.
Der naturschutzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Lutz Heilmann, ging in seiner Kritik sogar noch ein Stück weiter und meinte zu den Förderungen der Mobilfunkindustrie: "Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Unabhängige Forschungen belegen seit Jahren, dass große Gefahren von der Funktechnik ausgehen." Konkrete Beispiele von den "unabhängigen" Forschungsergebnissen nannte Heilmann allerdings nicht. Im weiteren Kommentar forderte er nur, die Forschungen müssten weiter gehen und die Grenzwerte sollten weiter gesenkt werden.
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