
In einer ganz kurzen Pressemitteilung gab der deutsche Internet-Dienstleister für Breitband-Internet, Telefon und Mobilfunk '
freenet' bekannt, dass die Übernahme der '
debitel Group' abgeschlossen sei. Die freenet AG ist neue Eigentümerin der debitel Group. Ein Teil des Kaufpreises wurde mit neuen freenet-Aktien bezahlt und daher heißt es: "Die von der "Permira Fonds" gehaltene 'debitel (Netherlands) Holding B.V.' ist damit mit ca. 24,99 Prozent Aktionärin der freenet AG.
Um die freenet AG hatte es seit gut zweieinhalb Jahren immer wieder Unsicherheiten um die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens gegeben. Zunächst hatte die, mehr auf
Festnetz ausgerichtete "freenet.de", den Mobilfunk-Service-
Provider 'mobilcom' übernommen und hatte zur freenet AG umfirmiert. Mit der Übernahme der mobilcom sah sich die freenet AG dann aber mit 27 Einzelklagen kleinerer Aktionäre konfrontiert, die zwar alle in Vergleichsverhandlungen aufgelöst werden konnten, der freenet AG aber gut sechs Millionen Euro kosteten.
Während sich die freenet AG noch mit den klagenden Einzelaktionären auseinanderzusetzen hatte, versuchte auch die Drillisch AG die Fusion zwischen freenet und mobilcom zu verhindern um sich seinerseits mit der mobilcom zu verschmelzen. Dies ging in immer wiederkehrenden Verhandlungen dann so weit, dass die Drillisch AG sich mit der United-Internet AG verbündete und die freenet AG zerschlagen und aufteilen wollte. freenet-Chef Eckhard Spoerr schaffte Anfang 2008 dann Fakten, kaufte kurzerhand die debitel Gruppe für 1,62 Milliarden Euro und setzte dem ganzen Spuk um die freenet AG ein Ende.
Mit dem jetzigen Abschluss der debitel-Übernahme, katapultiert sich die freenet AG mit rund 19 Millionen Kunden zum drittgrößten Mobilfunk-Anbieter in Deutschland. Lediglich die Mobilfunk-Netzbetreiber
T-Mobile und
Vodafone betreuen noch mehr Kunden als jetzt die freenet AG. Bereits im April hatte der freenet Aufsichtsrat dem Kauf zugestimmt, später dann auch die Aufsichtsbehörde, das Bundeskartellamt.
Zwischenzeitlich verkündete die freenet AG, man stelle die
DSL-Festnetzsparte zum Verkauf und bitte potentielle Kaufinteressenten um Anforderung der Unterlagen sowie Abgabe von Angeboten. Nach Sondierung der Kaufofferten würden dann konkretere Verkaufsverhandlungen nicht ausgeschlossen werden. Bisher wurden noch keine konkreten Kaufinteressenten genannt. Zwar hatte die United-Internet AG immer schon ein Interesse an die freenet-Festnetzsparte gezeigt, es ist jedoch fraglich, ob sich freenet-Chef Eckhard Spoerr noch einmal auf die 'wagen Willenserklärungen' des United-Internet-Chefs Ralph Dommermuth einlassen wird.
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Rubrik: Provider News