USA – ‘Sprint Nextel’ – neue Chance für die Telekom?
Der US-amerikanische Mobilfunk-Anbieter ‘Sprint Nextel’ verliert weiter an Kunden und fährt weiter Verluste ein. Aus dem zweiten Quartalsbericht 2008 geht hervor, dass das Unternehmen ein erneutes Minus von rund 344 Millionen US-Dollar hinnehmen musste. Es heißt, das Unternehmen verfügt über ein sehr marodes Netz und über eine veraltete Technik und braucht dringend eine kräftige Finanzspritze, um wieder auf die Beine zu kommen.
Nun ist ein weiterer Deal um frisches Kapital geplatzt. Der in den USA drittgrößter Mobilfunk-Netzbetreiber hatte erst am Mittwoch eine ‘Wandelanleihe’ in Höhe von drei Milliarden US-Dollar angekündigt und machte jetzt doch wieder einen Rückzug. Es heißt, die am Markt vereinbarten Konditionen seien einfach zu schlecht gewesen.
Erst im Juli wurde bekannt, dass Sprint Nextel seine rund 3.300 Sendemasten an die ‘Towerco’ für rund 670 Millionen US-Dollar verkaufen will, um sie dann erneut anzumieten. Ebenfalls im Juli hieß es, die Südkoreanische ‘SK Telecom’ sei an Sprint Nextel interessiert, die Südkoreaner verfügen allerdings über eine deutlich geringere Marktkapitalisierung als Sprint Nextel, wobei sich dann möglicherweise auch private Kapitalgeber mit einbringen sollten. Bisher sind die Verhandlungen allerdings nicht über Vorgespräche hinaus gekommen.
Im Mai dieses Jahres war auch die Deutsche Telekom als möglicher Käufer der Sprint Nextel im Gespräch (allerdings mehr in den Medien). Es hieß, einerseits würden die Telekom-Aktionäre auf Zukäufe aus dem Ausland drängen, andererseits gilt ein Kauf der Sprint Nextel unter Analysten als ‘Schnäppchen’. Begründet wird diese Aussage mit dem derzeit starken Euro gegenüber dem schwachen US-Dollar.
Mit einem Kauf des drittgrößten Mobilfunk-Netzbetreibers in den USA, könnte die Telekom seine US-amerikanische Mobilfunk-Präsenz ‘T-Mobile-USA’ quasi mit an die Spitze im amerikanischen Mobilfunkgeschäft katapultieren. Die T-Mobile USA ist derzeit der viertgrößte Mobilfunknetzbetreiber in den USA.
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