freenet drohen möglicherweise Klagen durch mobilcom-Aktionäre?
Das Handelsblatt meldet, dass dem Internet-Dienstleister für Breitband-Internet, Telefon und Mobilfunk, freenet, möglicherweise Schadensersatzklagen von mobilcom-Aktionären ins Haus stehen. Die seinerzeitige freenet.de hatte im Jahre 2005 den Mobilfunk-Service-Provider ‘mobilcom AG‘ in den Konzernverbund aufgenommen und sich im Jahre 2007 zur neuen freenet AG verschmolzen. Durch die negative Geschäftsentwicklung des Konzerns fühlen sich jetzt mobilcom-Aktionäre benachteiligt und Analysten rechnen damit, dass mobilcom-Anteilseigner jetzt Schadensersatz von freenet fordern werden.
Der freenet-mobilcom-Fusion waren im Vorfeld insgesamt 27 Einzelklagen von Aktionären vorausgegangen, die nicht mit der Fusion einverstanden waren. freenet hatte sich seinerzeit zwar mit allen Klägern auf außergerichtliche Vergleiche einigen können, doch kosteten dem Konzern diese Vergleiche, rund sechs Millionen Euro. Als die Fusion dann endlich vollzogen werden konnte, erhielten die mobilcom-Aktionäre für jede Aktie des neuen Unternehmens 1,15 Anteile. Berechnungsgrundlage war die erwartete Geschäftsentwicklung der beiden Unternehmen ab dem Jahre 2005.
Während die Mobilfunksparte in der Folgezeit sich weiterhin positiv entwickelte, blieben die Geschäftsergebnisse aus den freenet-Bereichen (Internet-Zugängen und Webhosting) weit hinter den Erwartungen zurück. Bereits im Jahre 2006 ging der erwartete EBITDA-Wert (Gewinn vor Abzug der Steuern, Zinsen und Abschreibungen) um ein Drittel zurück; 2007 betrug der EBITDA-Wert weniger als ein Zehntel und für das Jahr 2008 wird ein ähnlich schlechter Wert prognostiziert. Statt der erwarteten 243 Millionen Euro aus der freenet-Sparte, dümpelt dieser Wert gerade einmal bei rund 11 Millionen Euro, so die Analysten.
Diese Entwicklung liegt weit hinter den Erwartungen der mobilcom-Aktionäre zurück und aus heutiger Sicht sehen sich die mobilcom-Aktionäre benachteiligt, so das Handelsblatt. Um für eine mögliche Klage Erfolg zu haben, müssten die mobilcom-Aktionäre dem freenet-Vorstand allerdings eine "… grundsätzlich, vorsätzlich, falsche Planung …" nachweisen, zitiert das Blatt den Rechtsanwalt Oliver Sieg. Ein solcher Nachweis sei allerdings nur schwer zu erbringen.
Die freenet AG sieht kein Grund für derartige Spekulationen. Das Handelsblatt zitiert eine Unternehmenssprecherin mit den Worten: "Die Bewertung wurde damals unter größter Sorgfalt erstellt … und gutachterlich bestätigt".
Lesen Sie hierzu:
- mobilcom – Aufsichtsrats-Chef Dieter Vogel legt Ämter nieder
- Weg frei für Fusion zwischen mobilcom und freenet
- Fusion mit Mobilcom – letzter freenet-Aktionär legt Klage bei
- mobilcom-freenet – Landgericht Hamburg gibt Fusion frei
- Fusion freenet-mobilcom – Aktionäre stärken freenet-Vorstand den Rücken
- mobilcom-Hauptversammlung bestätigt Beschluss zur Fusion mit freenet
- freenet Hauptversammlung stimmt Fusion mit mobilcom zu
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