11.09.2008

 Am Rande einer Konferenz der Gewerkschaft 'ver.di' in Kassel meinte Telekom-Chef 'René Obermann' vor mehreren hundert Demonstranten, die geplante Schließung der Call-Center an insgesamt 39 der 63 Standorte sei unumgänglich, da das Unternehmen sonst nicht konkurrenzfähig bleiben könnte. Die Modernisierung sei notwendig, um die Arbeitsbedingungen an den verbleibenden Standorten zeitgemäß zu machen.
Mitte August 2008 hatte erstmalig das Nachrichten-Magazin Focus darüber berichtet, dass die Deutsche Telekom ihre Call-Center von derzeit 63 Standorten auf nur noch 24 Standorte konzentrieren will. 39 Standorte in anderen Städten werden geschlossen. Insgesamt sind derzeit rund 18.000 Mitarbeiter in den Call-Centern tätig, rund 8.000 Mitarbeiter sind von den Standortschließungen betroffen; ihnen werden aber in den verbleibenden Standorten neue Arbeitsplätze geboten.
Unter den Mitarbeitern geht ein Aufschrei durch die Nation, denn Standort-Verlegungen bedeuten längere Anfahrtswege mit höheren Kosten bei gleich bleibender Bezahlung. Laut ver.di sollen alleine aus Kassel 181 Arbeitsplätze nach Fulda verlegt werden, 150 von Gießen nach Eschborn. Die Gewerkschaft ver.di unterstellt der Telekom, dass diese die geplante Konzentration auch bewusst gewählt hat, um Mitarbeiter los zu werden. So sei für Teilzeitbeschäftigte und auch für Schwerbehinderte von vornherein ausgeschlossen, dass sie die zukünftigen Wegstrecken noch fahren könnten.
Obermann versuchte, die erregten Gemüter zu besänftigen und meinte: Es sei ihm bewusst, dass Veränderungen schmerzhaft seien, aber das Unternehmen müsse diesen Weg gehen und für Härtefälle, würde es Alternativ-Angebote an ihren bisherigen Standorten geben. In einzelnen Fällen soll es Qualifizierungsmaßnahmen geben, in anderen Fällen auch Umzugshilfen. Auf diese Aussage reagierten die Demonstranten vor dem Tagungshotel allerdings nur mit Gelächter.
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