Auch weltweit wächst Handy-Absatz nur noch einstellig
Der Boom der Handy-Nachfrage ebbt mehr und mehr ab. Nachdem die Bewohner in den Industrieländern so gut wie komplett mit Handys eingedeckt sind, folgt der Massenmarkt in den so genannten Schwellenländern, doch auch hier geht die Nachfrage mehr und mehr zurück. Zusätzlich führt die weltweite Finanzkrise dazu, dass derzeit vergleichsweise wenige Geräte durch neue Geräte ersetzt werden.
Das Marktforschungsinstitut ‘Gartner‘ hat jetzt neue Zahlen veröffentlicht. So heißt es: Konnten die Handy-Hersteller vor einem Jahr noch eine Wachstumsrate von insgesamt 16 Prozent vermelden, so liegt die Wachstumsrate jetzt bei nur noch rund sechs Prozent. Gartner hat deshalb seine Prognosen, noch einmal nach unten korrigiert.
Gartner meint, während Nokia und Samsung ihre Marktpositionen weiter stärken konnten, fiel Motorola innerhalb von 18 Monaten von Platz zwei, auf Platz vier der Herstellerrangliste zurück. "Der globale Wirtschaftsabschwung hat zu einem Dreikampf um Platz drei der größten Handy-Hersteller geführt", so Carolina Milanesi von Gartner in ihren Ausführungen. Sony-Ericsson, Motorola und LG-Electronics liegen mit rund acht Prozent Weltmarktanteil derzeit gleich auf.
Im abgelaufenen dritten Quartal 2008 konnte Nokia seinen Marktanteil nur leicht steigern, und zwar, laut Gartner auf jetzt 38,2 Prozent. Einen deutlichen Sprung nach vorne machte dagegen Samsung von 14,2 Prozent auf 17,1 Prozent, wobei Samsung im abgelaufenen Quartal rund 26 Prozent mehr Handys absetzen konnte. Samsung habe hierbei vor allem von den sehr beliebten Touchscreen-Modellen profitieren können, so Carolina Milanesi.
Sony-Ericsson konnte auf Platz DREI der Rangliste aufrücken, doch profitierte Sony-Ericsson vor allem von dem Absturz seines Konkurrenten Motorola. Denn auch bei Sony-Ericsson gingen die Verkaufszahlen zurück, und zwar um rund zwei Prozent mit insgesamt rund 24,8 Millionen verkauften Handys. Trotz aggressiver Preispolitik in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, kämpfe Sony-Ericsson mit steigenden Lagerbeständen in anderen Regionen dieser Welt.
Gartner bescheinigt dem Unternehmen LG-Electronics dagegen ein ausgewogenes Produktportfolio. LG bietet insgesamt günstige Handys und habe sich sehr gut auf die derzeit angespannte Marktlage eingestellt. Zudem sei es dem Unternehmen gelungen, seine Lagerbestände deutlich abzubauen.
Apple, der nach RIM bereits Position SIEBEN in der Weltrangliste aller Handy-Herseller besetzt, habe vor allem das dritte Quartal 2008 genutzt, um sein neues iPhone-Handy G3 in zwischenzeitlich 50 Ländern zu vermarkten. Allerdings habe auch Apple Lagerbestände von bis zu zwei Millionen Geräte aufgebaut, so dass das Unternehmen im laufenden Quartal mit Schwierigkeiten zu rechnen hat.
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