Vodafone streicht ‘Arcor’ doch als DSL-Marke
Im Mai dieses Jahres stand fest, der deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber ‘Vodafone’ kauft die letzten Aktienanteile seiner Festnetz-Tochter ‘Arcor’ auf. Konkret befanden sich noch 26 Prozent der Arcor-Aktien bei der Deutschen Bahn (18,2 Prozent) bzw. bei der Deutschen Bank (8,2 Prozent). Diese wurden für insgesamt 474 Millionen Euro zurückgekauft und seither ist Vodafone im Besitz aller Arcor-Aktien.
Mit der Komplett-Übernahme befürchtete allerdings die Arcor-Belegschaft, Vodafone würde im Rahmen einer Fusion und Restrukturierung auch Arbeitsplätze abbauen wollen, doch Vodafone-Chef Friedrich Joussen dementierte stets solche Pläne. Er meinte, so lange Arcor als Marke dem Unternehmen Vodafone dient, so lange wird Arcor auch erhalten bleiben.
Die Realität allerdings sah anders aus. Gerade einmal einen Monat nach Übernahme der Bahn- und Deutsche-Bank Anteile, übernahm Friedrich Joussen persönlich die Führung der Eschborner. Im September dieses Jahres bekräftigte Joussen erneut, er würde die Marke Arcor zunächst noch nicht vom Markt nehmen wollen und meinte, Arcor werde zu mindestens ‘mittelfristig’ noch erhalten bleiben.
Nun, zwei Monate später heißt es jetzt, zum Jahreswechsel 2008 / 2009 wird Arcor keine DSL-Anschlüsse mehr unter eigenem Namen vermarkten, sondern unter dem Label ‘Vodafone’. Weitere Änderungen sollen im Laufe des kommenden Jahres ‘greifen’. Joussen meinte in einem Interview gegenüber der Zeitung ‘Financial Times Deutschland’, im Zuge der Umwandlung werden sämtliche Arcor-Shops "… wahrscheinlich …" im laufe des Jahres 2009 bereits unter der Marke ‘Vodafone’ laufen.
Mit der Umbenennung der Festnetz-Tochter will Vodafone stärker als Komplett-Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen auftreten und sich entsprechend am deutschen Markt positionieren. Vodafone selbst betreut etwa 400.000 DSL-Festnetzkunden, Arcor rund 2,5 Millionen. Gemeinsam vertreten beide Konzerne einen Marktanteil von rund 14 Prozent am deutschen DSL-Markt. Friedrich Joussen strebt jedoch einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent an.
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