‘Permira’ will freenet-Chef Spoerr stürzen?
Im Mai dieses Jahres hatte der deutsche Internet-Dienstleister ‘freenet’ die debitel-Gruppe für rund 1,6 Milliarden Euro aufgekauft. Eigentümer der debitel-Gruppe (darunter debitel, _dug, TALKLINE und Callmobile) war der Großinvestor ‘Permira’. Einen Teil des Kaufpreises hatte freenet mit rund 30 Millionen Aktien bezahlt, die neu ausgegeben wurden und einen Anteil von rund 25 Prozent an freenet ausmachen.
Nun aber ist Permira "… richtig sauer …" auf freenet-Chef Eckhard Spoerr, so wenigstens das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe. Unter Berufung auf Quellen im Umfeld des Investors soll Permira derzeit "… mit Hochdruck …" nach einem geeigneten Nachfolger Spoerrs suchen. Sobald ein Nachfolger für den Chef-Sessel im freenet-Vorstand gefunden ist, will Permira eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um dann den langjährigen freenet-Chef zu stürzen.
Mit der Annahme der rund 25 Prozent freenet-Aktien-Anteile hatte sich Permira ein gutes Geschäft versprochen, doch der Wert der freenet-Aktie befindet sich seit dieser Zeit im freien Fall und freenet sitzt seit der Übernahme der debitel-Gruppe auf einen enormen Schuldenberg, den es zu finanzieren gibt. Rund ein Viertel der Schulden sollten durch den Verkauf der freenet-DSL-Sparte abgebaut werden, doch Eckhard Spoerr konnte sich bisher mit keinem der Kaufinteressenten anfreunden. Mit dem hartnäckigen Bewerber um die DSL-Sparte ‘United-Internet’ wurde sogar ein öffentlicher Disput in den Medien ausgetragen.
Im Forderungspaket während der debitel-Übernahme sollte nach Meinung Permiras auch der ehemalige debitel-Chef Oliver Steil in den freenet-Vorstand aufrücken, doch Eckhard Spoerr wollte sich nicht mit der Strategie Steils anfreunden. Oliver Steil wurde nicht in den freenet-Vorstand berufen und nach einer öffentlichen Kritik Steils an Spoerr, hieß es plötzlich, Steil habe das Unternehmen im beiderseitigen Einvernehmen verlassen.
Sollte Permira tatsächlich Eckhard Spoerr stürzen wollen, stehen die Chancen dafür gar nicht mal so schlecht. Im Hintergrund gibt es da nämlich noch die Drillisch AG und die United-Internet AG, und beide sind auf Spoerr gar nicht gut zu sprechen. In der Vergangenheit haben sich beide Konzerne zusammen getan und sogar über eine gemeinsame Holding rund 25 Prozent freenet-Aktien aufgekauft. Bereits auf der letzten Hauptversammlung hatte die Drillisch / United-Internet – Fraktion versucht, Spoerr zu stürzen. Seinerzeit hatte Spoerr verlauten lassen, wenn Drillisch und die United-Internet sich mit ihren Anträgen durchsetzen werden, würde er seinen Sessel sofort räumen.
Demnach sieht es nicht gut aus für Spoerr, denn Permira und Drillisch / United-Internet besitzen mit etwas mehr als 50 Prozent, die Mehrheit aller Aktionäre.
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