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05.01.2009freenet-DSL - Ziel von Aktien-Spekulanten?
'freenet' notiert 9 Prozent im Plus, heißt es heute bei der Financial Times Deutschland (FTD) und die FTD zitiert einen Aktienhändler mit den Worten: "Mit dem Abgang von freenet-Chef Spoerr steigen die Chancen, dass die United-Internet AG doch noch das DSL-Geschäft von freenet übernehmen kann". Eckhard Spoerr wurde in der jüngeren Vergangenheit hauptsächlich wegen seiner Firmenpolitik mehr und mehr von den Aktionären kritisiert. Spoerr hatte freenet mit dem Einkauf der debitel-Gruppe zum drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieter gemacht, hatte sich dadurch allerdings auch einen neuen Großaktionär mit dem ehemaligen debitel-Eigner 'Permira' ins Boot geholt. Hier finden Sie DSL-und VoIP-Komplett-Pakete im Vergleich
Bei der Übernahme der debitel-Gruppe war mit dem Investor Permira vereinbart worden, dass der ehemalige debitel-Chef 'Oliver Steil' auch in den freenet-Vorstand berufen werden soll. Hierzu kam es allerdings nicht, Steil verließ das Unternehmen und ließ durchblicken, es habe Interessenkonflikte zwischen ihm und Spoerr gegeben. Hauptsächlich ging es hierbei um die zukünftige Ausrichtung der freenet AG als Mobilfunk-Anbieter. Bereits Monate zuvor hatte es zudem einen unschönen Streit zwischen der Drillisch AG und der United-Internet AG (die gemeinsam 25 Prozent der freenet-Aktien halten) gegeben. Die United-Internet AG hatte immer wieder signalisiert, sie würde gerne den DSL-Bestand der freenet übernehmen wollen, doch unter Spoerr schien die United-Internet keine Chance zu haben, die DSL-Sparte übernehmen zu können. Auch unter den Mitarbeitern der debitel AG und der TALKLINE GmbH war es im November und Dezember zu einer sehr großen Unruhe gekommen. Spoerr wollte diese Unternehmen im Rahmen einer Restrukturierung von der Konzernzentrale aus betreuen lassen. Durch diese Maßnahme sollen rund 1000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Durch den Ankauf der debitel-Gruppe und der Entscheidung, die DSL-Sparte zunächst nicht zu verkaufen, hatte sich ein Schuldenberg von mehr als 1,3 Milliarden Euro angehäuft und die Zinsbelastung ist entsprechend hoch. Als dann auch noch der freenet-Aktienwert mehr und mehr verfiel, war es offensichtlich vorbei, mit der Freundschaft zwischen Spoerr und Permira. Es hieß, der Großinvestor Permira sucht bereits einen Nachfolger für Spoerr. Spoerr sah offensichtlich die Bedrohung, bei nächster Gelegenheit abgesetzt zu werden, denn schließlich kontrollieren Permira und Drillisch / United-Internet mehr als 50 Prozent der freenet-Aktien. Nun kann endlich das eintreten, was Spoerr in der jüngeren Vergangenheit immer wieder propagiert hat: "Bei der freenet AG muss endlich Ruhe einkehren, damit man sich um das laufende Geschäft kümmern kann".
Rubrik: Provider News
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