Videobrille macht Handy-Fernsehen erträglich?
Seit einigen Jahren versucht die Mobilfunk-Industrie, dem Mobilfunkkunden das so genannte Handy-Fernsehen schmackhaft zu machen. Hierzu wurde speziell der Standard "DVB-H" (H = Handheld) entwickelt. Die Herstellung von DVB-H-Sendungen ist aber kostenintensiv und bisher gibt es keine Plattform, über die entsprechende Angebote vermarktet werden. Im vergangenen Jahr sah es so aus, als würde die Schwester-Technologie "DVB-T" (T = Terrestrisch also Antenne) dem Endkunden besser gefallen. Es wurden vermehrt geeignete Handys angeboten und der Fernsehempfang ist zudem kostenlos.
Doch weder DVB-H noch DVB-T konnten sich bisher für Handy-TV durchsetzen. Liest man die Kommentare aus der Mobilfunk-Industrie oder von möglichen Diensteanbietern, so suchen viele Vertreter die fehlende Akzeptanz in der immer noch mangelhaften Übertragungstechnik sowie im fehlenden Angebot von Endgeräten. So haben einige Landesmedienanstalten immer noch keine geeigneten Frequenzen für DVB-H zugewiesen und DVB-T ist einfach zu schwach, um überall einen starken und störungsfreien Empfang zu gewährleisten.
Liest man die Kommentare der Endverbraucher, so liegt der Grund für die fehlende Akzeptanz weder an den Kosten noch an der Empfangsqualität und auch nicht an den fehlenden Endgeräten. Der eigentliche Grund ist ganz banal und von nahezu jedem nachvollziehbar: Die Displays auf den Endgeräten sind einfach zu klein. Das Fernsehbild ist nicht wirklich zu erkennen, die Augen schmerzen nach kurzer Zeit und eine Wohnzimmeratmosphäre will sich nicht einstellen.
Das dänische Startup-Unternehmen "Mobintech" hat nun eine Technik entwickelt, die möglicherweise helfen könnte, dem mobilen Fernsehen doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Auf der Mobilfunk-Messe ‘Mobile World Congress’ in Barcelona präsentierte das Unternehmen eine Videobrille, die dem Nutzer suggeriert, er säße vor einem 30 Zoll Fernseher mit einer Distanz von etwa zwei Metern.
Die Brille wird einfach an das mobile Endgerät angeschlossen und so das Fernsehsignal auf zwei kleine OLED-Farb-Displays übertragen. Die Audio-Ausgabe erfolgt über zwei Stereo-Kopfhörer in den Brillenbügeln. Betrieben wird die Brille über den Akku des Smartphones.
Leider ist eine derartige Brille noch nicht für den deutschen Markt geeignet. Die Brille setzt eine MDDI-Schnittstelle voraus, die nur von Qualcomm-Chipsätzen geboten wird und derzeit gibt es in Deutschland kein einziges Handy mit einer passenden TV-Out-Buchse.
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