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Nokia will dem iPhone-Vertriebs-Modell folgen



Nokia will dem iPhone-Vertriebs-Modell folgenNachdem das Hamburger Landgericht das iPhone-Vertriebsmodell des Apple-iPhone-Handys von T-Mobile abgesegnet hat, wollen andere Handy-Hersteller diesem Modell folgen, allen voran der weltweit erfolgreichste Handy-Hersteller Nokia aus Finnland. Bis dato war es so, dass die Mobilfunk-Konzerne den Handy-Herstellern die Konditionen für den Vertrieb ihrer Handys vorschreiben konnten. Nur Apple (Hersteller des iPhone-Handys) hatte dieses Modell durchbrechen und den Mobilfunk-Vertriebspartnern den vollen Handy-Preis sowie gut ein Drittel der aus den Mobilfunkverträgen generierten Umsätzen abringen können.

Für Deutschland war der Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile am 09.November dieses Jahres mit dem Apple-iPhone-Handy an den Start gegangen und hatte das Handy nur dann ausgegeben, wenn der Kunde zum Handy einen 24 Monate langen Mobilfunkvertrag akzeptiert hat. Das Apple-Handy ist ausschließlich nur mit einer T-Mobile-SIM-Karte nutzbar und sollte selbst nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit nicht für andere Netze bzw. Provider freigeschaltet werden. Der Konkurrent Vodafone hatte gegen dieses Vertriebskonzept eine Einstweilige Verfügung erwirkt, war damit aber am gestrigen Mittwoch gescheitert.

Schauen Sie doch auch mal nach einer Handy-Flatrate !Nun steht die deutsche Mobilfunk-Branche vor einer radikalen Umwälzung, so sind sich Marktbeobachter und Experten sicher. "Das iPhone-Vertriebsmodell ist ein innovativer Ansatz, der Auswirkungen auf die gesamte Branche hat", sagte beispielsweise Nikolaus Mohr, Experte bei Accenture. Zwar würden die meisten Handys auch weiterhin ohne eine exklusive Bindung verkauft werden, doch würden Handy-Hersteller bei zukünftigen "Verkaufsrennern" sicherlich eine entsprechende Beteiligung von den Mobilfunkanbietern einfordern.

Apple profitierte beim Einstieg in das Mobilfunkgeschäft von seiner starken Marke und auch Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo schlägt bereits in die gleiche Kerbe: Zwischenzeitlich kommen 39 Prozent aller weltweit verkauften Handys von Nokia und mit dieser Marktkraft will sich nun auch Olli-Pekka Kallasvuo ein ordentliches Stück vom Mobilfunk-Kuchen abschneiden.

Accenture-Experte Mohr bescheinigt den Finnen, aber auch anderen Firmen gute Chancen, entsprechende Forderungen bei den Mobilfunkanbietern durchsetzen zu können. Mohr nennt beispielsweise den Suchmaschinenprimus Google, der vor kurzem ein eigenes Handy-Betriebssystem (Android) vorgestellt hat und sich nun auch bedeutende Mobilfunk-Lizenzen in den USA sichern will.

Ob die Abweisung der Einstweiligen Verfügung durch das Landgericht Hamburg jetzt endgültig ist, hängt davon ab, ob Vodafone gegen dieses Urteil Revision einlegen will (Vodafone hat sich diesbezüglich noch nicht geäußert). Außerdem ist bei der Bundesnetzagentur noch eine Beschwerde von dem Mobilfunk-Service-Provider "debitel" gegen das iPhone-Vertriebskonzept anhängig und auch hier steht noch eine Entscheidung aus. Der Streit um das iPhone-Handy geht also weiter.


Beitrag aus der Rubrik Sonstige Meldungen



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