o2-Chef meint – Die Ära von 1-Euro-Handys geht zu Ende

Bild © o2-GermanySeit Jahren locken die deutschen Mobilfunk-Anbieter ihre Neukunden mit so genannten 1-Euro-Handys. Der Kunde erhält das neueste Handy für einen symbolischen Preis von einem Euro und geht dafür lediglich einen Zweijahresvertrag ein. Schaut man sich diese Verträge näher an so stellt man fest, dass der Kunde das Handy letztlich doch bezahlt, nämlich über einen monatlichen Aufpreis zum eigentlichen Mobilfunk-Tarif in Höhe von zwischen fünf und zehn Euro. Derartige Vertragsmodelle bieten sowohl für den Kunden als auch für den Provider Vorteile. Der Kunde hat relativ geringe Einstiegskosten, der Provider bindet den Kunden langfristig mit einem Mobilfunktarif, dessen Konditionen sich oft schon nach kurzer Zeit überholt haben.
o2-Chef Rene Schuster meint, derartige Vertragsmodelle werden langfristig wohl nicht mehr angeboten werden. Gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" sagte Schuster: "Ich gehe davon aus, dass die Vertragsbindung und die Subventionierung der Handys vor dem Ende stehen." o2-Germany selbst hatte dieses Modell vor einigen Monaten aufgegeben und Schuster zog jetzt eine Zwischenbilanz. Er meint, die positive Kundenresonanz habe selbst ihn überrascht, es zeige sich eine Entwicklung, die man sich kaum hätte träumen lassen. Zwischenzeitlich habe man zwischen 30 und 40 Prozent Neukunden gewinnen können, die man sonst wohl nicht akquiriert hätte.
Der o2-Kundenstamm wachse deutlich schneller als der gesamte Mobilfunkmarkt. Mit rund 400.000 Neukunden habe sein Unternehmen mit Abstand die meisten Kunden in der Branche gewinnen können. Schuster ist der Ansicht, dass die Konkurrenz auf Dauer diesem Modell folgen wird. Er sagte gegenüber der Tageszeitung, die Konkurrenz "…wäre verrückt, wenn sie es nicht tut." Auf Dauer würden sich Verträge durchsetzen die den Kunden nicht binden, dafür allerdings auch keine subventionierten Handys bieten.
o2-Germany war Anfang Mai 2009 mit einem neuen Tarif gestartet, den man in dieser Form in Deutschland noch nicht kannte. Dieser Tarif nennt sich o2o und ist eine Kombination aus Mobilfunk-Prepaid-Tarif und einer Voll-Flatrate. Der Kunde erhält einen Mobilfunktarif ohne Vertragslaufzeit und bezahlt für Telefonate und Kurzmitteilungen zunächst 15 Cent pro Minute bzw. SMS. Nach einer Kostengrenze von maximal 60,00 Euro sind sämtliche Gespräche und Kurzmitteilungen in die deutschen Netze kostenfrei. Zwischenzeitlich hat o2-Germany das Angebot für Online-Kunden verbessert. Hier gelten nur noch 13 Cent für jede Gesprächsminute bzw. SMS bei einer Kostengrenze von 51,00 Euro.











0 Kommentare