Orange und Sunrise fusionieren – Angriff auf Swisscom?

Bild: Sunrise und OrangeOrange (France Télécom) und Sunrise (TDC) wollen zum zweitgrößten Telekommunikationsanbieter in der Schweiz fusionieren – dies gab France Télécom heute in Paris bekannt. Orange und Sunrise würden auf diese Weise 38 Prozent des Mobilfunk-Marktes sowie 13 Prozent der Marktanteile für feste Breitbandverbindungen in der Schweiz abdecken. Um den Zusammenschluss zu realisieren, wird France Télécom 1,5 Milliarden Euro an TDC zahlen und dafür einen 75-prozentigen Anteil am künftigen Unternehmen erhalten. Die restlichen 25 Prozent verbleiben für TDC. Eine Vertragsunterzeichnung sei für kommenden Februar geplant.
Zunächst müsse jedoch eine Due Diligence – eine abschließende Prüfung der Bücher – durchgeführt werden und, nicht zuletzt, die Wettbewerbskommission (Weko) der Transaktion überhaupt zustimmen. Diese befasste sich in der Vergangenheit mit Blick auf den Schweizer Telekommunikationsmarkt vor allem mit der Rolle der Swisscom als ehemaliger Monopolist. Gegen selbige wurde kürzlich ein Bußgeld in Höhe von 220 Millionen Franken aufgrund von Verstößen gegen das Kartellgesetz verhängt.
Bisher präsentierte sich Sunrise als zweitgrößter Telekommunikationsanbieter auf dem Schweizer Mobilfunk-Markt, gefolgt von Orange. Beide Unternehmen führen mit ihrer Fusion 3,4 Millionen Mobilfunk-Kunden zusammen, dazu kommen 1,1 Millionen Breitbandkunden. Der neu geborene Konzern wird mit insgesamt 100 Niederlassungen vor Ort vertreten sein. Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) bezeichneten den gemeinsamen Schritt der Firmen als sinnvoll, da für beide in naher Zukunft die Tätigung von Investitionen notwendig sei, die jeweils allein nicht zu bewältigen wären.
Bekanntgabe von Orange und Sunrise keine Überraschung
Ob die neue Situation allerdings zu einem vermehrten Wettbewerb auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt führen könnte, bezweifelten die Analysten, da sich France Télécom vermutlich zuerst auf die Realisierung der Synergien in Höhe von 2,1 Milliarden Euro bzw. 3,2 Milliarden Franken konzentrieren würde. Schätzungsweise 200 Millionen Franken sollen pro Jahr im operativen Geschäft vor allem in den Bereichen Netzwerk und Informationstechnologie, Vertrieb, Marketing und Personal eingespart werden. Ob Personal jedoch in diesem Sinne abgebaut wird, ist bislang noch nicht angezeigt.
Eine Überraschung ist die Bekanntgabe von Orange und Sunrise mit Sicherheit nicht, da bereits in den vergangenen Monaten Gespräche über eine mögliche Fusion geführt wurden. Der Verwaltungsrat des neuen Unternehmens soll mehrheitlich durch Vertreter der France Télécom gestellt werden. Der gegenwärtige Orange-Schweiz-Chef Thomas Sieber wird die Führungsposition übernehmen. Der Konzern kann den sich noch in den Händen TDCs befinden 25-Prozent-Anteil erwerben – entweder im ersten Quartal der Jahre 2012 und 2013 oder auch noch 2014. TDC kann den eigenen Anteil aber auch frühestens zwei Jahre nach Vertragsabschluss weiter verkaufen. Eine Platzierung an der Börse ist nach drei Jahren möglich.











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