o2-Mutterkonzern Telefónica verkostet LTE
Breitbandiges mobiles Internet rückt Schritt für Schritt näher. Der o2 -Mutterkonzern Telefónica bereitet derzeit die Erprobung von LTE (Long Term Evolution) vor mit dem Ziel, den UMTS-Nachfolger 2010 einführen zu können. Sechs Technologie-Anbieter seien bei den Vorbereitungen einbezogen und werden die für das Testverfahren verwendeten Anlagen liefern. Im Anschluss werde unter den beteiligten Unternehmen, namentlich Alcatel-Lucent, Ericsson, Huawei, NEC, Nokia Siemens Network und ZTE, Ausrüster zum Ausbau des LTE-Netzwerkes von Telefónica ausgewählt. Feldversuche finden sowohl in Deutschland, Spanien, Großbritannien und der Tschechischen Republik als auch in Brasilien und Argentinien statt.
Unter idealen Bedingungen könne LTE bei Telefónica bis zu 340 MBit/s im Downstream ermöglichen, so der Mobilfunkkonzern. Gemessen wurden Geschwindigkeiten während eines Tests in Madrid im April diesen Jahres von bis zu 140 Mbit/s. Die nun für die Dauer von sechs Monaten angesetzten Tests sollen die Spezifikationen der Technologie im praktischen Einsatz ausleuchten sowie die Installation von E-Node-B-Stationen erproben. LTE wird auf den Frequenzen der Digitalen Dividende realisiert. Diese lassen sich im 4G-Standard besser verwalten, die Betriebsautomatisierung werde verbessert. Effiziente Modulationsverfahren in Kombination mit MIMO (multiple input multiple output) schieben den Datentransfer deutlich an. Der vormalige Breitband-Favorit WiMaX, der in anderen Ländern massentauglich ausgebaut wurde, tritt aller Voraussicht nach in Europa nun in den Hintergrund. Mit seiner maximalen Bandbreite von 50 MBit/s im Downstream ist das Potenzial bereits ausgeschöpft. So dürfte LTE mit einem Vielfachen dieser Geschwindigkeit in Zukunft deutlich daran vorbeiziehen.
Doch auch die Schattenseiten der Funktechnologie scheinen sich zu verschärfen: Obwohl internationale Standardisierungsgremien (3GPP) LTE bereits normiert haben, monierte der Verband der Kabelnetzbetreiber (ANGA) bereits im Zusammenhang mit UMTS Störungen des Kabelfernsehens LTE führe dies fort. Und obwohl LTE und UMTS auf ähnlichen Standarts basieren, werden zum Empfang künftig neue Geräte benötigt, was die Akzeptanz reduzieren dürfte. Grundsätzlich ist daher dank der 3GPP-Normierung ein Fallback auf GSM und UMTS mit HSPA möglich, was LTE wiederum von WiMaX abhebt. Ungeachtet verbleibender Schwierigkeiten schreitet die Entwicklung fort. Gerüchteweise hört man vom Apple iPhone der vierten Generation , das nicht mehr vorrangig GSM, sondern LTE unterstützen soll, wie bereits auf dem Online-Portal dsltarife.net vor Kurzem berichtet wurde.











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