Telekom DSL – “Wir können digitale Kluft nicht alleine schließen”

Bild © TelekomDer Chef der Telekom-Festnetzsparte T-Home Niek Jan van Damme wird vom Nachrichten Magazin Focus zitiert der meint, die Telekom könne die digitale Kluft des Breitband-Internets nicht alleine schließen, hieran müssten sich alle beteiligen. Konkret geht es in diesem Interview um die Frage, wie sich die Vorgabe der Bundesregierung realisieren lässt, allen Bundesbürgern bis zum Ende des Jahres 2010 einen Breitband-Zugang von mindestens einem Megabyte zu gewährleisten, aber auch um die Vorgabe, bis Ende 2014 mindestens 75 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte mit Breitband-Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s versorgen zu können.
Aktuell seien derzeit rund 10,6 Millionen Haushalte an die Telekom-Glasfasernetze angeschlossen, so van Damme gegenüber Focus. Die Vorgabe der Bundesregierung, bis Ende 2014 rund 75 Prozent aller Haushalte mit Breitband-Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s zu versorgen bedeuten Investitionen in Höhe von zwischen 30 bis 40 Milliarden Euro. Inwieweit sich die Telekom an diesem Ausbau beteiligen wird und kann, hängt von bestimmten Rahmenbedingungen ab. "Wie können wir Investitionen planen, wenn der Regulierer die Konkurrenten zu sinkenden Preisen auf unsere Netze lässt?", meint van Damme und spielt dabei auf zurückliegende Regulierungsvorgaben der Bundesnetzagentur an.
In den vergangenen Jahren hat die Bundesnetzagentur den Telekom Entgelt-Anträgen zur Überlassung der Netze an Fremdanbieter nicht nur >>nicht<< stattgegeben, sondern die Entgelte sogar noch gegenüber den vorherigen Entgelten gesenkt. Auch bei den Telekom VDSL-Netzen forderte die Bundesnetzagentur immer wieder eine Öffnung für die Konkurrenz und bei der EU ist sogar eine entsprechende Klage gegen Deutschland anhängig.
Die Telekom hatte im Oktober 2005 angekündigt, sie wolle in insgesamt 50 deutschen Städten ein VDSL-Netz mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s errichten und dafür insgesamt drei Milliarden Euro bereitstellen. Allerdings verlangte sie im Gegenzug für eine gewisse Zeit eine Regulierungsbefreiung, damit sich die Investitionen für die Telekom auch lohnen. Mit Unterstützung der damals noch jungen Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde dann auch ein entsprechender Passus ins Telekommunikationsgesetz mit aufgenommen, doch wirklich glücklich ist die Telekom mit dieser Regelung nicht. Die Telekom kann sich nicht länger gegen eine Fremdnutzung sperren und hat jetzt sogar Vorgaben von der Bundesnetzagentur zu fürchten.
Auch bei den zwischenzeitlichen Kooperationsverträgen zwischen der Telekom und anderen Netzbetreibern, wie beispielsweise Vodafone, EWE TEL oder M-Net zum Bau und Nutzung gemeinsamer VDSL-Netze hat die Telekom mit Einschränkungen zu kämpfen. Derartige Bauvorhaben bringen das Bundeskartellamt auf den Plan die zu prüfen haben, ob die Kooperationspartner nicht gegen Wettbewerbsregeln verstoßen.











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