Telekom verschleiert laut stern die Aufklärung des eigenen Datenklau-Skandals

Bild: TelekomDie Deutsche Telekom versucht bei der Aufklärung des eigenen Datenskandals die Öffentlichkeit zu täuschen. Die Sicherheitsabteilung wusste wohl bereits seit einiger Zeit sehr genau, dass Datensätze ihrer Kunden in dunkle Kanäle gelangt sind. Zu den bekannt gewordenen Datenschiebereien bei Callcentern äußerte sich die Telekom wie folgt. Es stehe noch nicht fest, ob und in welchem Umfang Daten der Telekom für unseriöse Zwecke verwendet worden sind. Tatsächlich hat die Kriminalpolizei bereits Ende April 2009 ca. 1000 000 Datensätze, die bei Scheinkäufen erworben wurden, zur Prüfung an die Telekom weitergeleitet. Nach Informationen des Hamburger Magazins stern ergab die interne Auswertung, dass von diesen Daten ein Großteil aus den Kundendatenbeständen der Telekom stammten. Allein bei 52 000 Datensätzen handele es sich um "Datenbestände aus dem Bereich T-Online", so der stern. Ende Juli hatte die Kripo auf eine Anzeige der Telekom hin 28 Büros und Wohnungen von mutmaßlichen Datenhändlern durchsucht, wie der stern vergangene Woche berichtete. Unter den Millionen beschlagnahmten Datensätzen befanden sich viele Daten der Telekom-Kunden mit Vertragsangaben sowie Bankverbindungen.
Bereits zum Anfang 2009 fiel ein Callcenter-Betreiber durch den vermehrten Zugriff auf die Kundendatenbank der Telekom auf. Rund vier Millionen Zugriffe sind von der Firma aus in den vorherigen Monaten verzeichnet worden. Trotz Warnungen und des Verdachts auf unzulässige "Vorratsbeschaffung" wurde die Vertriebskooperation zwischen der Telekom und dem besagtem Callcenter nicht beendet. Erst Anfang August wurde die Zusammenarbeit vollständig aufgelöst. Die Telekom gibt heute zu diesem Sachverhalt an, dass dies in Absprache mit der Staatsanwaltschaft geschehen ist, wie der stern berichtet.
In der Ermittlungsakte sieht der Sachverhalt jedoch anders aus. Die Kripo hakte mehrfach bei der Telekom nach, bis die Konzernsicherheit Anfang Juni endlich Angaben zu dem Vertrag mit dem umstrittenen Callcenter-Betreiber machte. Der Vertrag wurde offenbar nicht wegen Datenklaus beendet, sondern wegen zunehmender Kundenbeschwerden, wie ein Telekom-Sicherheitsmann zu Protokoll gab. Aufgrund der zunehmenden Datenskandale beschloss die Bundesregierung im vergangenem Jahr neue Datenschutzregelungen in der Privatwirtschaft. Seitdem ist die Weitergabe persönlicher Daten ohne Zustimmung der betroffenen Personen grundsätzlich verboten. Zuvor war der Verkauf bestimmter Daten wie Name, Adresse und Alter immer dann möglich, wenn der Kunde nicht explizit widersprochen hat. Wie dsltarife.net bereits berichtete, sind in der vergangenen Zeit nicht wenige Daten-Skandale an die Öffentlichkeit geraten. So kam es schon vor einigen Jahren zu unerlaubten Abbuchungen bei den Kunden der Telekom. Etliche streng vertrauliche Kundenprofile, die Datensätze mit Bankdaten und Geburtsdaten enthalten, sind auf den Schwarzmarkt gelangt.











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